"Schuld sind in erster Linie die Regierungen mit ihren erfundenen, politischen Wissenschaften", sagte Brady der "Schweiz am Wochenende" (Samstagausgabe). Die Pandemie sei schrecklich gewesen, aber es habe keine wissenschaftlichen Beweise gegeben, dass die unter den Ländern unkoordinierten Restriktionen die Verbreitung von Covid signifikant gestoppt hätten. Die Ausbreitung von neuen Virus-Mutationen habe sich "bloss um ein paar wenige Wochen" verzögert.

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Nun zeigten sich die Folgen von zwei Jahren Pandemie, in der die Luftfahrtindustrie an den Rand des Kollapses gedrängt worden sei, sagte der Südafrikaner weiter. Die Reisenachfrage steige rasant. "Doch nach dem massiven und damals absolut nötigen Stellenabbau fehlt jetzt überall Personal."

Brady glaubt an Lösung im Personal-Streit

Angesichts des Koffer-Chaos' und teils unterschiedlicher Reiseregeln lagen jüngst die Nerven bei gewissen Passagieren blank, und einige liessen ihren Frust am Bodenpersonal ab. "Es ist schlimm. Es gibt Fälle von physischer Gewalt", sagte der Swissport-Chef. "Manche Passagiere folgen unseren Angestellten bis in den Pausenraum und belästigen sie dort. Solches Verhalten akzeptieren wir nicht."

Auch beim Bodenabfertiger selber ist die Stimmung gedrückt. Für Samstagmorgen planen dutzende Swissport-Mitarbeitende am Hauptsitz in Zürich eine Protestaktion. Sie verlangen einen neuen Gesamtarbeitsvertrag, wie er vor der Corona-Krise gültig war. Wegen der Pandemie nahmen die Angestellten Lohneinbussen und längere Arbeitszeiten in Kauf, und sie verzichteten auf Ferien- und Frei-Tage.

Der Swissport-Manager äusserte sich im Interview zuversichtlich für eine Lösung. "Ich bin überzeugt, dass wir am Schluss eine Lösung am Verhandlungstisch finden." Bis Ende Jahr herrsche eine Friedenspflicht, Streiks seien bis dahin nicht möglich.