Jahrelang war Tesla das Synonym für Elektromobilität. Entsprechend beliebt waren die Autos des US-Herstellers bei den Käufern. Nun ist das nicht mehr der Fall: Im vergangenen Monat befand sich zum ersten Mal seit Jahren kein einzige Tesla-Modell unter den zehn meistverkauften Elektro-Neuwagen in der Schweiz.
Stattdessen wird das Feld von europäischen Herstellern angeführt, wie aktuelle Zahlen des Importeurverbands Auto-Schweiz zeigen. Die Rangliste führen die ¦koda-Modelle Elroq und Enyaq an, gefolgt vom Volvo EX30 und dem BMW X1.
Absatzminus im Vorjahr
Insgesamt wurden im Januar nur 83 Tesla-Fahrzeuge in der Schweiz neu zugelassen. Das entspricht einem Rückgang von rund zwei Dritteln gegenüber dem Vorjahresmonat. Auch der Rückblick auf das vergangene Jahr fällt ernüchternd aus. Der US-Konzern hat 2025 insgesamt 6448 Fahrzeuge abgesetzt - über ein Viertel weniger als im Vorjahr.
Zum Vergleich: Der Elektroauto-Absatz in der Schweiz wuchs 2025 insgesamt um 15 Prozent. Wie der Konzern das schlechte Abschneiden hierzulande erklärt, bleibt offen. Auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur AWP reagierte Tesla nicht.
Branchenkenner Ferdinand Dudenhöffer zeigt sich über die Entwicklung nicht überrascht. Er nennt mehrere Gründe: «Tesla hat angegraute Fahrzeuge, nichts wirklich Neues und Innovatives.» Die Mitbewerber seien technologisch inzwischen dem einstigen US-Pionier überlegen.
Probleme sieht Dudenhöffer auch bei der Modellpalette. In der Kompaktklasse sei Tesla nicht vertreten, die Oberklasse habe das Unternehmen aufgegeben. «Und Model Y und Model 3 sind im Prinzip ein Modell in zwei Varianten.»
In jedem Markt unter Druck
Zudem fehle dem US-Hersteller mittlerweile ein stabiles Standbein. In den USA habe die Politik von Präsident Donald Trump den E-Auto-Markt belastet, in Europa seien die europäischen Hersteller stark positioniert. «Und in China, dem Zentrum der Welt für Elektroautos, wurde Tesla von BYD und anderen chinesischen Herstellern überholt.»
Auch der umstrittene Firmenchef Elon Musk und dessen Nähe zu Trump dürfte auf die Verkaufszahlen drücken, so Dudenhöffer. «Das ist ein wichtiger Grund für die schlechter werdende Verfassung von Tesla.»
2025 war weltweit ein schlechtes Jahr für den Elektroauto-Pionier. Tesla hat erstmals ein Jahr mit einem leichten Umsatzrückgang abgeschlossen. Die Auslieferungen gingen sogar zum zweiten Mal in Folge zurück und sanken um fast einen Zehntel auf 1,6 Millionen Fahrzeuge.
Elon Musk relativierte vor den Investoren jedoch die Bedeutung des Autoverkaufs für Tesla und betont, dass die Zukunft des Unternehmens in selbstfahrenden Robotaxis und menschenähnlichen Robotern liege. In beiden Bereichen steht der Konzern noch am Anfang und trifft auf starke Konkurrenz.
