Lionel Messi erhält vom FC Barcelona über eine halbe Milliarde Euro – beziehungsweise 600 Millionen Franken – für vier Jahre Arbeit. Dies besagt der Vertrag, den die Zeitung «El Mundo» am Wochenende publik machte und auszugsweise veröffentlichte.

Das Paket umfasst ein Grundsalär, diverse Erfolgsboni und Marketingrechte. Der Vierjahresvertrag läuft Ende der Saison 2020/2021 aus und war im vergangenen Sommer schon Stoff für Streitigkeiten: Der argentinische Superfussballer verlangte, von Barça aus dem Vertrag entlassen zu werden – ablösefrei. Nach einem vereinspolitischen und juristischen Hickhack setzte der Stürmer seine Einsätze für den katalanischen Club dann aber doch fort.

Messi El Mundo

Präsentation des Messi-Beitrags auf der Frontseite von «El Mundo», 1. Februar 2020.

Quelle: Screenshot «El Mundo»
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Die Daten von «El Mundo» sorgten übers Wochenende für Aufregung in Sportkreisen in- und ausserhalb Spaniens und der Fussballwelt; da war rasch die Rede von einem «kolossalen» respektive «pharaonischen» Verhältnissen.

Allerdings war das Ausmass von Lionel Messis Gagen nicht ganz unbekannt: Dass der Goalgetter pro Saison einen Betrag an der Hundert-Millionen-Grenze verdienen muss, wurde von Experten und Fachmedien vielfach kolportiert. Lediglich für die letzte Saison schätzte man seine Einnahmen tiefer ein, nämlich auf rund 50 Millionen Euro. Denn der Argentinier verzichtete – wie seine Teamkollegen – wegen der Coronakrise auf einen Teil des Grundgehalts.

Nun aber wird klar, dass der Fussball-Ausnahmespieler in die ganz exklusive Gruppe jener Athleten aufsteigt, die in ihrer Karriere mehr als eine Milliarde Dollar eingesammelt haben. Nur drei Sportler haben es bis heute geschafft, diese Marke zu überschreiten: der Golfspieler Tiger Woods, der Boxer Floyd Mayweather – und Messis grosser Rivale Cristiano Ronaldo.

Diese Rechnung legte «Forbes» im August vor: Das Magazin erarbeitet neben seinem weltweit beachteten Milliardärs-Ranking auch eine Liste der «Highest-Paid Athletes».

CR7: Vom Wäsche- zum Kleiderladen

Auf der Einnahmenseite von Messi stehen auch Werbe- und Sponsoring-Deals: Deren Jahresbetrag wird auf gut rund 35 Millionen Dollar veranschlagt. Unter anderem wirbt Messi für Adidas, Mastercard und Jacob & Co. (Uhren).

Dass er, obwohl oft als besserer Fussballspieler eingeschätzt, bei den Einnahmen hinter Cristiano Ronaldo steht, liegt auf dieser zweiten Ebene: Der Portugiese vermarktet sich stärker und effizienter als der eher zurückhaltende Argentinier. Auch hat Ronaldo seine Eigenmarke CR7, lanciert 2013, inzwischen grossräumig ausgebaut – vom Wäschegeschäft zu einem umfassenden Kleider- und Accessoireladen mit globalem Online-Versand.

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Es wartet der Fiskus

Messi zog hier vor knapp zwei Jahren nach: Im Mai 2019 startete er selber einen «Messi Store», doch ein Blick aufs Angebot zeigt, dass er auch hier mit weniger Engagement auftritt als der Rivale von Juventus Turin.

Allerdings: Die im Laufe der Karriere erspielten Einnahmen mögen sich am Ende auf eine Milliarde belaufen, doch das Vermögen ist logischerweise tiefer. Zum Beispiel durch die hartnäckigen Ansprüche des Fiskus – wie dies im Fall von Lionel Messi ja auch gerichtsbekannt ist. Das «Net Worth» von Messi wird auf etwa 400 Millionen Dollar geschätzt; also um rund 50 Millionen tiefer als jenes von Cristiano Ronaldo.

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Das «Leak» des Vertrags steht vor dem Hintergrund, dass der FC Barcelona derzeit in Geldnöten steckt: Im Lockdown-Jahr 2020 brachen die Einnahmen um über 200 Millionen Euro ein. Die Schulden türmen sich auf 488 Millionen Euro.

Derzeit versucht die Clubleitung, Investoren für einzelne Geschäftsfelder rund um die berühmte Fussball-Marke zu finden. Ein Papier, das mehreren Interessenten vorgelegt wurde (und das die Wirtschaftsagentur «Bloomberg» einsah) schlug beispielsweise vor, das Digitalgeschäft, die Fussballakademien und Merchandising-Teile in eine eigene Tochtergesellschaft auszulagern, an der man sich beteiligen könnte. Derzeit ist der FC Barcelona immer noch ein Verein, der vollends seinen Mitgliedern gehört.

In einem Communiqué betonte das Management am Wochenende, dass der FC Barcelona keine Rolle bei der Indiskretion spielte und rechtliche Schritte gegen «El Mundo» prüfe. «Der FC Barcelona äussert seine absolute Unterstützung für Lionel Messi, insbesondere angesichts jeglicher Versuche, sein Image zu diskreditieren und seine Beziehung zur Organisation zu beschädigen, bei der er es geschafft hat, der beste Spieler der Welt und in der Fussballgeschichte zu werden», so das Statement.

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(rap – mit Informationen und Ausschnitten von «Bloomberg»)

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