Ein Künstler, der unter dem Pseudonym Monsieur Personne («Mr. Nobody») agiert, hat ein NFT-Werk versucht zu sabotieren, indem er «Sleepminting» auslöste. Das ist ein Prozess, dem das Wertversprechen eines nicht-fungiblen Token zugrunde liegt, erschwert, wenn nicht sogar zerstört, wie die Plattform Artnet berichtet

Dieser «Hack» wirft unangenehme Fragen auf: Und zwar von der Codierung über das Urheberrecht bis hin zum Schaden für die Sammler von NFT-Werken. Es ist eine auch eine Warnung, dass der Markt für Krypto-Sammelstücke schneller wächst als die technologische Sicherheit dafür.

Kunstmarkt extrem: 69'346'250 Dollar für dieses Digital-Werk

Kennen Sie Beepl? Und kennen Sie sein Bild «Everydays»? Das Werk wird ein Fall für die Kunstgeschichte. Und eine Lektion zur Krypto-Technologie.

Rückübertragung möglich

Die Aktion zielt darauf ab, zu zeigen, dass ein Künstler dazu gebracht werden kann, unbewusst die Urheberschaft auf der Ethereum-Blockchain zu behaupten. Genau das ist aber die Clou an einer NFT-Prägung: Ein Nutzer kann den anfänglichen Schöpfer und den Besitzer registrieren. Damit wird er für die gesamte Lebensdauer des zugrunde liegenden Blockchain-Netzwerks an eine NFT gebunden. Dank dieses sicheren und immer überprüfbaren Datensatzes, so die Argumente, können potenzielle Käufer nicht-fungiblen Token vertrauen, ohne den Besitzern vertrauen zu müssen. 

Personne hat möglicherweise einen Weg gefunden, dieses Argument für einen Grossteil des Kunst-NFT-Marktes obsolet zu machen. Sleepminting ermöglicht es ihm, NFTs auf die Krypto-Wallets anderer Künstler zu prägen und dann das Eigentum ohne deren Zustimmung auf sich selbst zurück zu übertragen. Das wäre Gift für den Kunstmarkt. 

Um seine These zu untermauern, hat Personne am 1. April eine vermeintliche «zweite Auflage» von «Everydays« des Künstlers Beeple in die Welt gesetzt: Das digitale Werk mit dem dazugehörigen Token wurde zuvor für unglaubliche Summe von 69,3 Millionen Dollar bei Christie's verkauft. 

(tdr)