Man könnte es für ein Luxusproblem halten. «Aber in der zweiten Generation zu sammeln, ist tatsächlich eine besondere Herausforderung», sagt Carolin Scharpff-Striebich. Erst wenn man den Aufwand überschaut, Hunderte von Kunstwerken zwischen diversen Institutionen zu jonglieren, ahnt man, was sich noch hinter dem Wort «Sammlerfamilie» verbergen könnte. Vor allem, wenn die erste Generation als Gesprächspartner ausfällt.

Denn wie bei jeder Nachfolge, so muss auch die Geschichtsschreibung dieser Familiensammlung mit der ersten Generation begonnen werden. Das waren Rudolf und Ute Scharpff, die seit den 1960er Jahren eine der bedeutendsten deutschen Sammlungen zeitgenössischer Kunst zusammengetragen haben – viele Werke sind dem breiteren Publikum durch museale Ausstellungen grösserer Werkgruppen bekannt. In ihren verschiedenen Existenzformen, denn die Eltern Scharpff haben breit gesammelt, schreckten vor Wandel nicht zurück und trennten sich selten, aber regelmässig auch wieder von Werken, über die die Zeit hinweggegangen war.