Roche kann 8,5 Millionen Tests pro Monat liefern

Der Basler Pharmakonzern beziffert die Zahl der Tests, die er zur Verfügung stellen kam, auf 8,5 Millionen Tests pro Monat. Das teilt die Firma auf Anfrage mit. Roche war das erste Unternehmen, das im Januar mit einem Sars-CoV-2-Test auf den Markt kam. Seit Freitag hat Roche zudem einen bewilligten Massentest auf dem Markt, der fast vollautomatisch auf grossen Diagnostikgeräten in Labors und Spitälern läuft – ein Durchbruch, der den Baslern die Anerkennung von US-Präsident Donald Trump eintrug.

«Bei unserem derzeitigen Tempo» könne das Unternehmen hier 3,5 Millionen Tests pro Monat zur Verfügung stellen, schreibt Roche. Bei den Tests, die manuell durchgeführt werden müssen, liegt die Kapazität bei 5 Millionen. Zudem arbeite das Unternehmen «rund um die Uhr» daran, die Kapazitäten weiter zu erhöhen.

«Wir liefern Tests in alle Länder, in denen es einen Bedarf gibt», schreibt Roche; die Zuteilungsstrategie solle sicherstellen, dass die Tests dort verfügbar seien, «wo sie am meisten benötigt werden und wo sie am wirksamsten sind», schreibt das Unternehmen. Die Patienten stünden an erster Stelle.

Curevac: Warum kämpfen die Mächte um eine Biotech-Firma aus Tübingen?

Das Gerangel um das deutsche Biotechunternehmen Curevac ist um eine Episode reicher. Nun schaltet sich die EU-Kommission ein: Sie hat dem Unternehmen einen Kredit bis zu 80 Millionen Euro angeboten. Curevac ist bei der Impfstoff-Suche gegen Covid-19 ganz vorn mit dabei, es will im Sommer erste Tests an Probanden vornehmen.

Die Unterstützung würde über ein mit einer EU-Garantie abgesichertes Darlehen der Europäischen Investitionsbank erfolgen, teilte die Kommission mit.

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Die «Welt am Sonntag» hatte berichtet, US-Präsident Donald Trump wolle die Hand auf den möglichen Hoffnungsträger aus Tübingen legen, damit der Impfstoff nur den USA zu Gute komme. Mehrere deutsche Minister bestätigten am Sonntag, dass das Unternehmen die Aufmerksamkeit der Amerikaner auf sich gezogen habe.

Klar äusserte sich Dietmar Hopp. Der SAP-Gründer besitzt indirekt 80 Prozent des Unternehmens: Er sei dem Ziel, «alle Menschen vor Infektionen zu schützen, verpflichtet». Dass ein eigentlicher Übernahmeversuch der US-Regierung stattgefunden habe, dementierte Curevac.

Therapien: Australische Forscher verbreiten viel Hoffnung

Ein Team des University of Queensland Centre for Clinical Research verkündete in australischen Medien recht offen und ungebremst, man habe vielleicht eine Therapie gegen das neue Coronavirus gefunden: Ende März soll ein landesweiter Test anlaufen. 

«Es ist eine potentiell effektive Behandlung», sagte der Direktor des Instituts, David Paterson, in diversen Medien.

Offenbar setzen die Infektiologen aus Queensland eine Kombination ein – erstens Remdesivir, ein HIV-Medikament; zweitens Resochin (Chloroquin), das seit langem in der Malaria-Prophylaxe benutzt wird.

Die ersten Einsätze bei Covid-19-Patienten in Australien hätten bereits zur vollständigen Erholung und zum «Verschwinden des Virus» geführt, sagte Paterson gegenüber der nationalen Nachrichtenagentur sowie in diversen Medien (einen Fernsehauftritt sehen Sie hier).

Auf dem Gilead-HIV-Medikament Remdesivir haftet schon seit früheren Tests in China die Hoffnung, Covid-19-Kranken dereinst wirksam heilen zu können.

Nun beginnt ein grosser Test, an dem sich 50 Spitäler in ganz Australien beteiligen: Geprüft wird, in welcher Mischung die beiden Heilmittel die stärkste Kraft gegen das tückische Virus entfalten.

Hören Sie eine Analyse zum Thema im Podcast «HZ Insights»:

 

Seit Montag läuft der erste Impfversuch an Menschen

Am Montag erhielten die ersten von 45 Testpersonen den Impfstoff «mRNA-1273» gespritzt. Das Mittel wurde von der Biotech-Firma Moderna aus Massachusetts sowie den National Institutes of Health der USA entwickelt. Die erste Testgruppe erhält das Mittel nun zwei Wochen lang. Der Test war angekündigt – die Moderna-Aktien legten am Dienstag dennoch sofort um über 11 Prozent zu.

Relief Therapeutics: Genfer Firma testet Medikament, das gegen erektile Dysfunktion zugelassen ist

Der Fall zeigt: Die «Umnutzung» eines bereits bewilligten Medikaments für Covid-19-Patienten wäre eine besonders effiziente und schnelle Lösung im Kampf gegen das Virus. Das Genfer Biotechunternehmens Relief Therapeutics geht mit Aviptadil ins Rennen – einem Medikament, das in Europa gegen erektile Dysfunktion kommerzialisiert wird.

Zudem hat Aviptadil in der Vergangenheit den Status als mögliches Medikament gegen mehrere seltene Lungenkrankheiten erhalten – unter anderem das Acute Respiratory Distress Syndrome ARDS, eine der schweren Komplikationen, die bei Covid-19 auftreten können; dabei füllt sich die Lunge mit Flüssigkeit. Zu einer Zulassung des Medikaments kam es aber nicht.

Nun bringt das Unternehmen zusammen mit Mitgliedern der israelischen Regierung eine klinische Studie der Phase II auf den Weg, um Aviptadil an Covid-19-Patienten zu testen. Dabei soll es in einem ersten Schritt zunächst an Patienten getestet werden, die bereits an einem ARDS leiden und deshalb künstlich beatmet werden; erweist sich die Behandlung als sicher, soll in einem zweiten Schritt bei Covid-19 Patienten getestet werden, die Anzeichen von Atemnot zeigen – um zu verhindern, dass diese beatmet werden müssen.

Die Nachricht von der klinischen Studie sorgte dafür, dass die Aktie von Relief Therapeutics durch die Decke ging.