Nun ist es offiziell: Glatt-Besitzerin Migros sucht neue Eigentümer für das umsatzstärkste Shopping-Center der Schweiz: Der Genossenschaftsbund will künftig nur noch Mieterin im Glattzentrum sein. Bei diesem allfälligen Schritt geht es wohl darum, mit einem Immo-Deal die Kasse aufzubessern.

Der Geschäftsgang im umsatzstärksten Schweizer Shoppingcenter jedenfalls zeigt sich – anders als da und dort kolportiert – auf hohem Niveau gut. «Wir sind eine Perle in rauer See», sagt Glatt-Chef Rageth Clavadetscher. Der Umsatz für 2019 liege «leicht über 600 Millionen Franken»; 2018 waren es 597 Millionen Franken.

«Weniger Ausverkauf»

Die Frequenzen sanken 2019 zwar leicht auf 9,1 Millionen ­Besucher (Vorjahr: 9,2 Millionen), die durchschnittlichen Warenkörbe seien 2019 aber grösser gewesen als im Vorjahr. Clavadetscher erklärt sich das damit, dass im Glatt 2019 «weniger Ausverkauf» herrschte. Zudem habe man ab Oktober einen starken Muji-Effekt verspürt: Die Eröffnung des japanischen Kulthändlers sei überaus erfolgreich gewesen.

Fast zu erfolgreich ist das Glatt auf der jungen ­Social-Media-Plattform Tiktok. Mitte ­Januar kam es bei einem unbewilligten Event zum Tumult, gemäss Clavadetscher stürmten 5500 Kids das Center. Damit das nicht mehr vorkommt, will man vorbeugen: «Wir verstärken das Tiktok-Monitoring», sagt Clavadetscher, «ab sofort neu auch international.»