Wie in meiner letzten Kolumne beschrieben, ändert sich das Miles-&-More-Programm ab 2021 grundlegend darin, wie ein Vielfliegerstatus vergeben wird. Während laut Aussage von Lufthansa die Anzahl an Statuskunden relativ gleich bleiben soll, so wird sich die Verteilung mit Einführung höchstwahrscheinlich ändern. Doch wer sind die Gewinner und wer die Verlierer der Miles-&-More- Änderungen im Jahr 2021?

Gewinner der Miles-&-More-Änderungen

Die grössten Gewinner des neuen Programmes sind die echten Vielflieger, denn Frequenz zählt nun deutlich mehr als die Wertigkeit des Tickets. Wer jede Woche innerhalb der Schweiz oder Europas unterwegs ist, hat nun auch mit günstigen Tickets eine Chance auf den Senator Status. Diesen gibt es nun ab 98 innereuropäischen Segmenten in der Economy Class oder 49 Segmenten in der Business Class.  

HON Circle Status wird für einige erreichbar

Aber auch Vielflieger, die oft interkontinental in der Business Class unterwegs sind, profitieren. Denn erstmals ist für diese der begehrte Lufthansa Miles & More HON Circle Status in Reichweite. Benötigt man nach dem alten System noch 600 000 HON-Circle-Meilen innerhalb von zwei Jahren, so gibt es den HON Circle Status ab 2021 für 1500 qualifizierende Statuspunkte. Diese kann man im Optimalfall mit 13 günstigen interkontinentalen Business-Class-Flügen mit Zubringer erfliegen (bei Direktflügen sind es 15), was in der Vergangenheit gerade einmal nur zum Lufthansa Senator Status gereicht hätte. Zudem ist die Verkürzung der Statuslaufzeit von zwei Jahren auf ein Jahr für diese Kunden weniger schmerzhaft, da diese Kundengruppe in der Regel Jahr für Jahr ein ähnliches Flugpensum absolviert.

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Optimierer fliegen nach Nordafrika

Auch Optimierer, die um jeden Preis einen Status erfliegen möchten, haben es im neuen System leichter, denn dieses bietet durch die Abgrenzung zwischen kontinental und interkontinental einige Sweetspots. Auch kurze interkontinentale Flüge, wie etwa nach Nordafrika oder Nahost, werden mit der vollen, für diese Konstellation vorgesehenen Punktzahl bedacht. Somit macht es im Endeffekt im Hinblick auf die Statuspunkte keinen Unterschied, ob man von Frankfurt nach Marrakesch oder nach Tokio fliegt. Trotzdem muss auch der Optimierer nach dem neuen System häufiger ins Flugzeug steigen, denn auch mit dem Shortcut nach Nordafrika muss man immer noch mindestens vier Hin- und Rückflüge samt Zubringer bestreiten, bis es zum Lufthansa Senator Status reicht.

Verlierer der Miles-&-More-Änderungen

Wer bisher wenig, aber dafür auf teuren Tickets geflogen ist, gehört klar zu den Verlierern des neuen Statuspunkte-Systems. Sammelt man aktuell noch mit dem teuersten Economy Class Ticket den sechsfachen Statusmeilenbetrag eines Economy Class Promotion Tickets, so gibt es ab 2021 nur noch einen einheitlichen Punktewert pro Flugkategorie (kontinental vs. interkontinental) und Reiseklasse.

Dies ist nicht nur für Kunden mit teuren Economy und Business Class Tickets ärgerlich, auch Kunden in der First Class sammeln so deutlich weniger Statuspunkte. Während man mit dem aktuellen System bis zu 80% der Meilen für den zwei Jahre gültigen Senator Status mit einer optimierten First-Class-Reise erfliegen kann, so benötigt man ab 2021 drei First-Class-Flüge für eine einjährige Statuslaufzeit. Dies trifft vor allem informierte Kunden, die bisher ihren Senator Status alle zwei Jahre mit wenigen, aber dafür strategisch optimierten Reisen in den Premiumkabinen verlängert haben.

Meilenkoenig

Alexander Koenig ist Gründer der Vielfliegerberatung First Class & More. Seit mehr als 15 Jahren hilft er seinen Kunden Business Class und First Class zum halben Preis zu fliegen, einen Top-Vielfliegerstatus zu erhalten und das Maximum aus ihren Meilen herauszuholen. In seiner Kolumne «Meilenkoenig» teilt er seine Expertise regelmässig auf www.bilanz.ch mit den Lesern.

Alexander Koenig

Alexander Koenig

Quelle: ZVG
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Premium Economy Class wird abgestraft

Auch Kunden, die bisher oft in der Premium Economy Class unterwegs waren, verlieren deutlich unter dem neuen Miles-&-More-Vielfliegerstatussystem. Die Premium Economy war bisher unter Kennern als die Sweetspot-Klasse bekannt, denn für einen nur geringen Aufpreis zur Economy Class sammelt man hier ähnlich viele Statusmeilen wie in der deutlich teureren Business Class. Mit Umstellung auf das neue Miles-&-More-Programm 2021 wird dieser Vorteil massiv reduziert und man sammelt nur noch weniger als die Hälfte an Statuspunkten.


Fazit: Wer viel und günstig fliegt, gehört zu den grössten Gewinnern, wer wenig, dafür aber teuer fliegt, zu den grössten Verlierern des neuen Miles-&-More-Systems. Die auf ein Jahr reduzierte Statuslaufzeit sorgt dafür, dass der Flugaufwand in einer Gesamtschau steigen wird, um in Zukunft den gewünschten Vielfliegerstatus dauerhaft zu erreichen. Daher macht es für die meisten Sinn, sich 2020 noch unter dem alten System zu (re-)qualifizieren. Wer dies klug anstellt, kann sich schon mit zwei optimierten Reisen den Lufthansa Senator Status bis 2023 sichern.

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