Das Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums (WEF), das vom 17. bis 20 August in Singapur hätte stattfinden sollen, ist abgesagt worden. Grund ist dafür ist die Entwicklung der Coronavirus-Pandemie in der Region.

Das Jahrestreffen 2021 wurde wegen der Pandemie zuerst von Davos in die Zentralschweiz und später nach Singapur verlegt. Der Singapur-Termin wurde bereits einmal von Mai auf August verschoben

Anfang des Jahres sprach WEF-Geschäftsführer Alois Zwinggi im HZ-Podcast von einer grossen Unsicherheit, denn die Organisatoren wollten um jeden Preis verhindern, dass das Treffen in Singapur zu einem Superspreader-Event werde. Mit dem Motto der diesjährigen Veranstaltung «The Great Reset» als Antwort auf Covid-19 war das WEF ins Zentrum von Verschwörungstheoretikern gerückt.

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Erneuter Lockdown in Singapur

Nun wird der Inselstaat, der die Pandemie mit scharfen Restriktionen erfolgreich eingedämmt hatte, jedoch wieder durch das Virus eingeholt. Und zwar tauchte vor einigen Tagen eine hoch ansteckende Virusvariante aus Indien auf. Die Regierung reagierte prompt mit einem Lockdown; seit dieser Woche ist auch der Schulunterricht eingestellt.

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Das nächste Jahrestreffen werde stattdessen in der ersten Hälfte des Jahres 2022 stattfinden, teilte das WEF am Montag mit. Die «tragischen Umstände», die sich in verschiedenen Regionen abspielten, die unsicheren Reiseaussichten und die Ungewissheit über neue Varianten würden ein globales Treffen mit führenden Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft aus aller Welt unmöglich machen, schrieben die Organisatoren weiter.

Der endgültige Ort und das Datum für das nächste WEF würden auf der Grundlage einer Bewertung der Situation im Spätsommer dieses Jahres festgelegt. Laut WEF-Gründer Klaus Schwab war die Verschiebung eine schwierige Entscheidung. Doch die Gesundheit und Sicherheit aller Beteiligten hätten oberste Priorität, wurde er in der Mitteilung zitiert.

Wieder in Davos?

Ende April dieses Jahres hiess es, das WEF solle nach der Austragung in Singapur im Januar 2022 wieder in Davos stattfinden. Voraussetzung seien vertretbare Hotelpreise und die Corona-Situation. Man wolle der Tradition und Davos treu bleiben, sagte WEF-Sprecher Yann Zopf damals. Die Bedingungen in Davos seien bisher immer gut gewesen. Zudem sei das WEF eine Schweizer Organisation. «Wir möchten in der Schweiz bleiben.»

In der 50-jährigen WEF-Geschichte fand das Elite-Treffen erst einmal ausserhalb der Schweiz statt. Die Veranstaltung war wegen der Terroranschläge vom 11. September 2001 und angekündigter Demonstrationen von Globalisierungsgegnern 2002 von Davos nach New York verlegt worden.

(mlo, mit Material von awp)