In der Nacht auf Donnerstag geschah es wieder: In Sevelen, Kanton St. Gallen, sprengten Unbekannte den örtlichen Bancomaten von Raiffeisen und entschwanden mit der Beute. Der Sachschaden liegt bei etwa 100'000 Franken. 

Rund einmal pro Monat knallt es auch in der Schweiz – wegen einer Tat, die in ihrer Plumpheit an den Wilden Westen erinnert: Verbrecher sprengen einen Bancomaten auf, grabschen die Geldnoten und hasten davon. Meist trifft es Dörfer in Grenznähe: Im Kanton Tessin kam es innert eines Jahres zu einem halben Dutzend solcher Überfälle, im Umfeld von Genf explodierten zwei Bancomaten, und auch Sevelen liegt gleich bei Liechtenstein und Österreich.

Interessant ist in diesem Zusammenhang eine Meldung aus den Niederlanden: Dort entschied die Grossbank ABN Amro, 479 Bancomaten zu schliessen – mehr als die Hälfte ihrer Geldausgabe-Geräte. Der Grund: Es hatte zu viele Explosionen gegeben, zu oft war ein Bancomat von Gangstern gesprengt worden.

Vorliebe für eine Bank

Alleine im laufenden Jahr flogen rund 50 ABN-ATM durch die Luft – während die Bancomaten von ING, Rabobank und anderen Instituten bloss 12mal attackiert wurden. Auch in der Schweiz herrscht übrigens eine gewisse einseitige Täter-Vorliebe zu einem einzelnen Institut: Zuletzt traf es fast immer Raiffeisen

Laut Jos van der Stap, dem für Raubüberfälle zuständigen Chef der niederländischen Polizei, dürften die Kriminellen ihr Interesse nun verlagern: Es sei zu befürchten, liess er sich in «NL Times» zitieren, dass nun die Geräte anderer Banken verstärkt attackiert werden.

ABN Amro hat seine Bancomaten lediglich zugenagelt. Die Bank möchte sie später wieder reaktivieren – nämlich dann, wenn die Bancomaten-Spreng-Welle abgeebbt sein sollte.

(rap)