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Montagny (FR), 7 septembre 2020. Beat Sticher, agriculteur robotisé. ©François Wavre | Lundi13
Quelle: François Wavre / lundi13

PersonBeat Sticher

Der Hof La Vignetta im freiburgischen Mannens ist ein Hightech-Bauernhof. 95 Milchkühe leben hier. Fast alles läuft automatisiert ab: die Fütterung und das Melken der Kühe, die Reinigung der Boxen. Vor vier Jahren mussten sich Beat Sticher (49) und seine Frau Mirjam entscheiden, ob sie nochmals konventionelle Melksysteme anschaffen wollten oder lieber digitalisierte Melkroboter. Sie setzten auf das Zweite – und seither sind das Smartphone und der Computer die wichtigsten Arbeitsgeräte der Bauernfamilie. Spürt eine Kuh, dass es Zeit ist, Milch abzugeben, begibt sie sich selbstständig in den Melkstand. Dort scannt der Roboter die Daten vom Halsband der Kuh. Vollautomatisch werden nun die Zitzen gereinigt und an die Melkmaschine angehängt. Die Milch wird abgepumpt und die Kuh anschliessend aus dem Melkstand entlassen.

Zahlreiche Daten werden beim Melkvorgang generiert: die Milchmenge von jeder Zitze, die elektrische Leitfähigkeit, ob es Blut in der Milch hat, der Hormongehalt und weitere Daten zur Milchqualität. Beat Sticher bekommt die Daten direkt auf sein Handy und kann so die Milchmenge, die Milchqualität und den Gesundheitszustand der Kuh erkennen. «Wir sehen auch, wenn eine Kuh brünstig oder trächtig ist, ob sie einen Abort gehabt hat, ob der Zyklus fehlt und ob 
sie Zysten im Eierstock hat.» Auch die Fütterung erfolgt vollautomatisiert. Beat Sticher kann anhand der erhobenen Daten sehen, wie viel Futter jede Kuh zu sich genommen hat.

Weil der Milchpreis immer weiter sinkt, war es für die Stichers eine Frage des Überlebens als Landwirte, dass sie auf modernste Technik setzten. Die Roboter auf dem Hof nehmen ihnen nun einen Grossteil der körperlichen Arbeit ab. «Wir sind vor allem zeitlich viel flexibler als vorher», sagt Bauer Sticher. Er und seine Frau können schon mal um 17 Uhr Feierabend machen oder erst um 18 Uhr in den Stall gehen. Es bleibt auch mehr Zeit, sich um die Gesundheit der Kühe zu kümmern.

Überhaupt scheint die Automatisation den Tieren zugute zu kommen. «Sie sind viel ruhiger als in einem konventionellen Stall-betrieb», so Sticher. Liegende Kühe aufjagen und in den Melkstand treiben – das ist nun nicht mehr nötig. Der Melkroboter ist immer im Einsatz und melkt die Kühe dann, wenn diese von selber kommen.
 

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