Die Business-Idee

195'000 Tonnen Käse wurden laut TSM Treuhand 2019 in der Schweiz hergestellt. Le Gruyère, Emmentaler und Raclettekäse gehören statistisch zu den häufigsten und beliebtesten Sorten. «Wir essen alle immer dieselben vier Sorten – dabei ist die Vielfalt feiner Käsespezialitäten hierzulande schier grenzenlos», sagt Michel Sägesser, Geschäftsführer des Startups Cheezy. «Grosse und kleine Käsereien, Familienbetriebe und regionale Produzenten bieten unzählige Käsesorten mit aufregenden Geschmacksrichtungen und überraschende Neuentdeckungen.» Diese Vielfalt für die breite Masse bequem greifbar machen will das Jungunternehmen seit dem letzten Sommer. «Wir bieten Schweizer Käse-Pakete per Postversand direkt nach Hause an», so Sägesser.

Die Gründer

Lanciert hat das Startup die Mooh Genossenschaft, in der sich über 4000 Schweizer Milchproduzenten zusammengeschlossen haben. «Der Milchkonsum sinkt, ebenfalls die Milchpreise, deshalb hat man nach Absatzwegen gesucht, die den Schweizer Milchproduzenten neue und direkte Einnahmen ermöglichen», beschreibt Michel Sägesser die Grundidee, aus der im Mai 2020 Cheezy entstanden ist. Das Angebot reicht von der milden oder stinkenden Überraschungsbox über die Bio-, Fondue- oder Raclettebox bis hin zum «Tour de Suisse»-Abo, das jeden Monat Käsespezialitäten aus einem anderen Kanton bietet.  «Anfangs hatten wir Wochenabonnements und haben gemerkt, dass 600 bis 1200 Gramm Käse für den Durchschnittshaushalt doch etwas viel ist», lacht der Geschäftsführer. Mittlerweile kann man die Boxen einzeln oder im flexiblen Monatsabo bestellen, das jederzeit kündbar oder auf eine andere Geschmacksrichtung umbuchbar ist. Pro Box sind vier Sorten enthalten, die jeden Monat wechseln und samt Käsekarte geliefert werden, die Infos über die Käserei und die Besonderheiten des jeweiligen Produkts bietet.

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Der Markt

Cheezy sind im Land der Käseliebhaber nicht die Einzigen, die Käsespezialitäten frei Haus liefern: Feinkostanbieter wie chaes-und-brot.ch, Chäsbueb oder raclettechäs.ch sowie einzelne Käsereien mischen auf dem Markt mit. Michel Sägesser nennt sie «Marktbegleiter» statt Konkurrenten. «Neugierig machen auf die Vielfalt – das steht bei uns im Vordergrund: Wir verkaufen nur Boxen, kein Einzelkäse, und alle stammen ausnahmslos aus der Schweiz», beschreibt er den USP.

upbeat - die Schweizer Startup-Serie

Unsere Startup-Serie «upbeat» porträtiert jede Woche ein Schweizer Jungunternehmen multimedial in Print, Audio und Video. Daneben kommen die wichtigsten Investoren und Akteure der Innvoationsszene zu Wort. Bleiben Sie dran, im Format Ihrer Wahl: Text, Bild und unterhaltsame Videos finden sie jede Woche auf handelszeitung.ch/upbeat oder in den sozialen Netzwerken. Den Podcast, mit vielen Tipps für Menschen, die selber in der Startupwelt durchstarten möchten, finden Sie auf Apple Podcasts und Spotify – und überall da, wo Podcasts zu Hause sind.

Das Kapital

Das Startup wird aktuell von den beteiligten Milchbauern finanziert. Die Käseboxen gibt es ab 29.90 Franken, Online-Degustationen samt Käsepaket ab 59 Franken. Laut Website fliessen alle Gewinne vollumfänglich zurück zu den Milchproduzenten und Käsereien.

Die Chance

Aktuell beliefert Cheezy Haushalte in der gesamten Schweiz. In den nächsten Monaten soll die Website auch auf Französisch übersetzt werden. «Eine Expansion ins Ausland ist möglich, aber wir wollen einen Schritt nach dem anderen gehen», so Sägesser. Die Swissmooh AG, zu der Cheezy gehört, vertreibt schon seit 2011 Schweizer Milchprodukte im Premiumsegment in China. Bereits von 2008 bis 2013 hatte sich der Gesamtexport von Milch und Molkereiprodukten aus der Schweiz nach China verzehnfacht – Tendenz steigend. Weitere asiatische Märkte wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Hongkong, Singapur und Japan habe man bei Swissmooh ebenfalls im Blick. Damit hat die Mutter von Cheezy bereits Ausland- und Exporterfahrung, die dem Startup zugutekommen könnte.

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Die Startup-Serie upbeat wird Ihnen von der Credit Suisse präsentiert.