Die Business-Idee

An der Börse verliere ich mein Geld, Aktienhandel ist hochriskant – so denken viele Menschen. Das Forschungsinstitut Sotomo fand im August im Auftrag der Zurich Versicherung und des Vereins Geschlechtergerechter in seiner «Fairplay-Studie» heraus, dass vor allem Frauen in der Schweiz ihr Geld lieber sparen, während Männer es eher renditeorientiert anlegen. Die Gründe: fehlendes Wissen, Engagement und Selbstvertrauen. Gezielt Frauen in Finanzen fit machen will Gründerin Francesca Barbera-Eckert mit ihrem Startup Femmeinvest. «Viele denken, dass Vermögensaufbau total kompliziert ist, aber jeder kann das lernen und so seine Finanzen selbst in die Hand nehmen», sagt Barbera-Eckert, «ich möchte, dass meine Kundinnen nach den Coachings alleine laufen, handeln und Entscheidungen treffen können.»

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Die Gründerin

Francesca Barbera-Eckert hat Betriebswirtschaftslehre und Finanzen studiert und danach rund zehn Jahre in Konzernen wie PricewaterhouseCoopers oder Schroders mit Fokus auf Immobilien-Investments und Private Equity gearbeitet. 2019 und 2020 wurde sie Mutter von zwei Söhnen. «Als ich wieder begann, mit reduziertem Pensum zu arbeiten, wurde mir schnell klar, dass ich mich noch gezielter um meine eigene Altersvorsorge kümmern muss», sagt sie. In Gesprächen mit anderen berufstätigen Müttern merkt sie: «Die wenigsten sorgen mit Investments für ihr Alter vor, obwohl das Thema durch Berufsunterbrechungen und Teilzeit für Frauen noch viel wichtiger ist als für Männer», so Barbera-Eckert, «selbst Branchenkolleginnen, die Wirtschaft studiert haben und andere Menschen in Geldangelegenheiten beraten, tun das oftmals nicht.» Für die gebürtige Deutsche, die seit vielen Jahren in Zürich lebt, steht fest: «Ich will Frauen fit in Finanzen machen, ihnen die Angst nehmen und Werkzeuge an die Hand geben, um selbst vorsorgen zu können.» Anfang des Jahres hat sie sich mit Femmeinvest selbstständig gemacht.

Der Markt

Für drei von vier Frauen in der Schweiz ist die Altersvorsorge laut der «Women's Wealth Studie 2021» ein zentrales Finanzbedürfnis. Aber: Nur eine von fünf interessiert sich für das Thema Vermögensaufbau – und nur rund jede Siebte (15 Prozent) verfolgt tatsächlich aktiv die Entwicklungen der Finanz- und Börsenmärkte. Das Thema ist also tatsächlich extrem relevant – und den Fokus dabei auf Frauen zu legen, ist nicht diskriminierend, sondern zeitgemäss. Neben Femmeinvest beraten in der Schweiz immer mehr Finfluencerinnen, wie etwa Angela Mygind von Miss Finance, gezielt Frauen in Geldangelegenheiten. Natürlich haben das auch grosse Finanzinstitute erkannt: Unter dem Slogan «Woman to Woman» betreut etwa die Credit Suisse Anlegerinnen, «Women's Wealth Academy» nennt sich die spezielle Betreuung bei der UBS und «Kompetenzzentrum Anlegerinnen» heisst das Konzept bei der Raiffeisen.

«Upbeat» – die Schweizer Startup-Serie

Unsere Startup-Serie «Upbeat» porträtiert jede Woche ein Schweizer Jungunternehmen multimedial in Print, Audio und Video. Daneben kommen die wichtigsten Investoren und Akteure der Innovationsszene zu Wort. Bleiben Sie dran, im Format Ihrer Wahl: Text, Bild und unterhaltsame Videos finden Sie jede Woche auf handelszeitung.ch/upbeat oder in den sozialen Netzwerken. Den Podcast mit vielen Tipps für Menschen, die selber in der Startup-Welt durchstarten möchten, finden Sie auf Apple Podcasts und Spotify – und überall da, wo Podcasts zu Hause sind.

Das Kapital

Barbera-Eckert agiert frei von Finanzinstituten und gibt keine konkreten Investment-Empfehlungen. Sie ist soloselbstständig und möchte es vorerst auch bleiben. Einzig im Marketing und Social-Media-Bereich könnte sie sich Unterstützung vorstellen. Ihre Kurse bietet sie in Einzel- und Gruppencoachings an: Eine fünfstündige private Zoom-Beratung kostet 799 Franken, die Teilnahme an der fünfwöchigen Finance-Master-Class in einer Kleingruppe gibt es für 599 Franken. Daneben bietet sie auch B2B-Kundinnen Vorträge während des Business-Lunches an.

Die Chance

«Mir ist der persönliche Austausch mit meinen Kundinnen sehr wichtig», sagt die Gründerin, «langfristig kann ich mir auch vorstellen, zusätzlich allgemeingültige Video-Kurs-Tutorials zu erstellen, um weiter zu skalieren.» Die Coachings bietet sie in Deutsch und Englisch an.

Die Startup-Serie «Upbeat» wird Ihnen von der Credit Suisse präsentiert.
Stefan Mair
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