Die Business-Idee

Die Kernidee hinter Findependent ist, den Zugang zur Geldanlage für jedermann zu erleichtern. «Das Problem ist: Wenn man die langfristigen Ersparnisse nur auf dem Konto lässt, entsteht aus diesem Geld einfach nichts», erklärt Matthias Bryner. Daher ist es sinnvoll, das Geld anzulegen, gerade wenn man seine Altersvorsorge nachhaltig aufstellen möchte. Findependent setzt hier an. Per App können Kundinnen und Kunden in fünf Portfolios mit unterschiedlicher Risikoklasse investieren. Die Mindestanlage von 500 Franken soll dabei den Einstieg ins Investieren erleichtern. Mittlerweile hat Findependent rund 12’000 Kunden.

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Die Gründer

Matthias Bryner, der Gründer von Findependent, hat seine Leidenschaft für Fintech während seines Masterstudiums in Kopenhagen entdeckt. Nach ersten Erfahrungen bei einem Schweizer Fintech-Startup entschied er sich, sein eigenes Unternehmen zu gründen. «Ich bin mehr ein Macher, ich baue lieber etwas Neues auf», sagt Bryner über seine Motivation. Unterstützt wird er von einem sechsköpfigen Team, die meisten kannten sich schon vor der Zeit der Startup-Gründung. Bryner beschreibt sich selbst als mutigen Anlegertyp: «nicht komplettes Risiko, aber doch relativ offensiv». Seine mutige Herangehensweise an Finanzen zeige sich auch in seinem persönlichen Umgang mit Geld – und das, obwohl er sagt, dass er als Startup-Gründer kaum über grössere Summen verfüge, die er anlegen könnte. 

Das Kapital

«Das erste Geld, das wir bekommen haben, kam aus meinem Freundes- und Familienkreis. Das war sicher super, dass ich dort die Unterstützung hatte», sagt Bryner. Ein wichtiger Meilenstein war der Auftritt in der TV-Show «Höhle der Löwen», wo das Unternehmen eine Investition von Roland Brack erhielt. Weitere Unterstützung kam von Business Angels und der Venture-Gesellschaft Backbone Ventures. Aktuell plant Findependent eine Crowdinvesting-Kampagne, um weiteres Kapital zu akquirieren. «Wir haben unsere Kundinnen und Kunden gefragt, und über die Hälfte hat gesagt, dass sie es cool finden würde, in Findependent zu investieren. Jetzt bereiten wir dieses Crowdinvesting vor», erklärt Bryner die nächsten Schritte.

Der Markt

Findependent richtet sich an eine breite Zielgruppe – vom jungen Berufseinsteiger bis hin zur erfahrenen Anlegerin. «Das Durchschnittsalter von unseren Kundinnen und Kunden ist 39 Jahre», sagt Bryner. Mit einem vollständig digitalen und App-basierten Ansatz unterscheidet sich Findependent von traditionellen Vermögensverwaltern. Der Markt ist hart umkämpft, doch Bryner sieht grosses Potenzial: «Ich glaube, das Kundenwachstum, das wir bis jetzt hatten, gibt uns auch recht, dass es dort noch einen Platz im Markt gegeben hat.» Zudem betont er, dass die Benutzerfreundlichkeit der App eine Schlüsselrolle spiele: «Wir haben schlussendlich auch nur eine App. Und dementsprechend ist aber auch alles auf die App ausgerichtet, und die App ist halt sehr cool», sagt der Gründer. 

Die Chance

Die Chancen für Findependent sind intakt. Mit einem aktuellen Kundenvermögen von rund 110 Millionen Franken und einem starken Wachstum seit Jahresbeginn ist das Unternehmen auf einem guten Weg. Aber es braucht noch einiges an Kundengeldern, um in den grünen Bereich zu kommen. «Wir brauchen 500 Millionen Kundenvermögen, um profitabel zu werden», erläutert Bryner. Findependent setzt auf niedrige Gebühren, hohe Transparenz und eine einfache Benutzeroberfläche, um weiterhin Marktanteile zu gewinnen. «Ich glaube, wenn wir das können, dann werden wir auch wirklich solid weiterwachsen», sagt Bryner. «Aktuell wachsen wir so schnell, dass es wirklich fast grenzwertig ist, mit sieben Leuten zu arbeiten. Es war nicht immer so, aber aktuell läuft es sehr gut.» Mit einem klaren Fokus auf Kosteneffizienz und Kundenorientierung könnte Findependent zu einem der respektablen digitalen Vermögensverwalter in der Schweiz werden.

«Upbeat» – die Schweizer Startup-Serie

Unsere Startup-Serie «Upbeat» porträtiert jede Woche ein Schweizer Jungunternehmen multimedial in Print, Audio und Video. Daneben kommen die wichtigsten Investorinnen und Akteure der Innovationsszene zu Wort. Bleiben Sie dran, im Format Ihrer Wahl: Text, Bild und unterhaltsame Videos finden Sie jede Woche auf handelszeitung.ch/upbeat oder in den sozialen Netzwerken. Den Podcast mit vielen Tipps für Menschen, die selber in der Startup-Welt durchstarten möchten, finden Sie auf Apple Podcasts und Spotify – und überall da, wo Podcasts zu Hause sind.

Stefan Mair
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