Die «New York Times» hat Steuerunterlagen von US-Präsident Donald Trump und seiner Firmen aus rund zwei Jahrzehnten in die Hand bekommen. Trump weist den Bericht der renommierten Zeitung als «totale Fake News» zurück. Sein Sohn Donald Trump Jr. bestritt in einem Interview nichts davon. Er warf der «New York Times» aber vor, ein «selektives Bild» zu zeichnen. Auffällige Informationen aus dem Bericht auf einen Blick:

750 Dollar

Trump kam in den Jahren 2016 und 2017 lediglich auf einen Betrag von jeweils 750 Dollar bei der Einkommensteuer auf Bundesebene. Von den 18 Jahren, zu denen die «New York Time»" die Unterlagen vorliegen hat, habe er in 11 Jahren gar keine Einkommensteuer auf Bundesebene bezahlt.

Verluste in Trumps Hotels

Viele seiner Hotels und Golf-Clubs meldeten hohe Verluste, die die Steuerlast drücken. Allein die verschiedenen Golfplätze hätten seit 2000 mehr als 315 Millionen Dollar Verlust angehäuft. Eine Ausnahme sei der Club Mar-a-Lago in Florida, in dem Trump selbst viel Zeit verbringt. Dort hätten sich die Einnahmen durch neue Mitgliedschaften nach Ankündigung seiner Präsidentschaftskandidatur von 664 000 Dollar (2014) auf knapp sechs Millionen (2016) fast verzehnfacht.

421 Millionen Dollar Schulden

Trump steht dem Bericht zufolge persönlich in der Verantwortung für Schulden von 421 Millionen Dollar. Davor würden mehr als 300 Millionen in den kommenden vier Jahren fällig. Steuerunterlagen enthielten oft keine Angaben dazu, wer die Gläubiger seien, schränkte die «New York Times» ein.

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Gutschrift von 73 Millionen Dollar

Bei einer Prüfung der Steuerbehörde IRS geht es dem Bericht zufolge um eine Gutschrift von 72,9 Millionen Dollar. Sollte die IRS sie als unrechtmässig einstufen, könne dies Trump auf einen Schlag mehr als 100 Millionen kosten.

427 Millionen Dollar für TV-Show

Die TV-Sendung «The Apprentice», in der sich Job-Kandidaten beweisen mussten, war eine von Trumps lukrativsten Unternehmungen. Zusammen mit Lizenz- und Werbedeals brachte sie ihm von 2004 bis 2018 insgesamt 427,4 Millionen Dollar ein.

70'000 Dollar für Frisur abgesetzt

Trump und seine Firmen waren der «New York Times» zufolge gut darin, Ausgaben steuerlich abzusetzen. So habe er während der «Apprentice»-Zeit 70'000 Dollar für seine Haare geltend gemacht. Bei seiner Tochter Ivanka hätten neun Firmen einen Betrag von 95'464 Dollar angemeldet. In Mar-a-Lago wurden über die Jahre unter anderem Kosten von 210'000 Dollar für Event-Fotos abgesetzt.

(sda/mlo)