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Stellenmarkt
Alt, arbeitslos und ausgesteuert

Arbeitslos: Ältere Ausgesteuerte haben es schwer auf dem Stellenmarkt.  Keystone

Die meisten der ausgesteuerten Arbeitslosen finden zwar den Weg zurück in die Berufswelt. Ältere Personen haben es aber deutlich schwerer. Zudem müssen viele unliebsame Zugeständnisse machen.

Veröffentlicht am 06.11.2014

Die meisten der ausgesteuerten Arbeitslosen finden innerhalb von fünf Jahren wieder eine Stelle, die Hälfte von ihnen bereits im ersten Jahr. Am leichtesten kommen junge Ausgesteuerte wieder zu einem Job, wie eine Analyse des Bundesamtes für Statistik (BFS) zeigt.

Jährlich werden in der Schweiz im Schnitt 30'000 Personen ausgesteuert, das heisst, ihr Anspruch auf Arbeitslosentaggeld erlischt. Innert fünf Jahren haben sieben von zehn Betroffenen wieder eine Arbeit, geht aus der am Donnerstag veröffentlichten Statistik hervor.

49 Prozent sind bereits im ersten Jahr nach der Aussteuerung wieder erwerbstätig. Nach fünf Jahren sucht noch einer von zehn Ausgesteuerten eine Anstellung, während sich zwei aus dem Arbeitsmarkt zurückgezogen haben.

Risikofaktor Alter

Jüngere laufen gemäss BFS weniger Gefahr, ausgesteuert zu werden, als Leute über 30 Jahren. Risikogruppen sind auch Personen mit dünnem Schulsack, Frauen, Alleinerziehende und Alleinlebende sowie ausländische Staatsangehörige. Ausländerinnen und Ausländer machen nur 26 Prozent der Erwerbstätigen aus, unter den Ausgesteuerten beträgt ihr Anteil aber 45 Prozent.

Jüngere unter 30 Jahren finden nach einer Aussteuerung auch wieder leichter zurück ins Berufsleben als ältere. Wer wieder einen Job bekommt, muss sich häufiger mit einem befristeten Vertrag zufrieden geben. Zudem arbeiten 12 Prozent der ehemals Ausgesteuerten auf Abruf, mehr als doppelt so viele wie bei den übrigen Erwerbstätigen.

Ausgesteuerte müssen flexibel sein

Flexibel müssen sich die Ausgesteuerten auch beim Beschäftigungsgrad zeigen. So arbeiten 24 Prozent der ausgesteuerten Männer, die wieder eine Arbeit haben, Teilzeit, während es bei den männlichen Erwerbspersonen insgesamt nur 12 Prozent sind.

Viele Teilzeitarbeitende möchten mehr arbeiten. Der Anteil der Unterbeschäftigten unter den Teilzeitarbeitenden ist nach einer Aussteuerung mit 48 Prozent zweieinhalb Mal so hoch wie bei den Teilzeitbeschäftigten insgesamt.

Die Aussteuerung macht sich auch im Portemonnaie bemerkbar. Während Arbeitnehmende im Schnitt 36,20 Franken brutto pro Stunde erhalten, sind es bei den Ex-Ausgesteuerten nur 27,50 Franken. Dabei handelt es sich um den Medianlohn (50 Prozent verdienen mehr, 50 Prozent weniger). Am grössten ist der Lohnunterschied bei Personen ab 45 Jahren und bei Hochschulabsolventen.

 (awp/sda/ise/ama)

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