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Vorbereitung
Armee fährt für das WEF mehr Geschütze auf denn je

Die Schweizer Armee hat 2014 zwei Grossereignisse zugleich zu bewältigen: Parallel zum WEF findet die Syrien-Konferenz in Montreux statt. Am WEF haben besonders viele Teilnehmer Schutzbedarf.

Veröffentlicht am 20.01.2014

In der Alpenstadt Davos sind Polizei und Armee bereit für den Sicherheitsdienst am World Economic Forum (WEF). Eine besondere Herausforderung für die Sicherheitskräfte ist, dass die Syrien-Konferenz in der Westschweiz am gleichen Tag beginnt. Das WEF dauert vom 22. bis 25 Januar. «Wir sind gut vorbereitet – die Lage ist ruhig», sagte Walter Schlegel, Kommandant der Bündner Kantonspolizei und Gesamtverantwortlicher für die Sicherheit am Weltwirtschaftsforum.

Besonderen Schutz hat die Schweiz gemäss Wiener Übereinkommen Staatspräsidenten, Premierministern oder Mitgliedern von Königshäusern zu garantieren. Laut Polizeikommandant Schlegel waren unter den 2500 WEF-Teilnehmenden noch nie so viele völkerrechtlich geschützte Personen für das Forum in Davos gemeldet wie in diesem Jahr. Am Weltwirtschaftsforum im Einsatz stehen nicht wie üblich Polizisten aus allen Kantonen und dem Fürstentum Liechtenstein. Die Sicherheitskräfte aus der Romandie sind engagiert an der gleichzeitig in Montreux VD stattfindenden Syrien-Konferenz.

3000 Armeeangehörige sind präsent


Wie viele Polizisten die wichtigen Manager und Politiker am Davoser Weltwirtschaftsforum beschützen, sagte Polizeikommandant Schlegel nicht. Divisionär Jean-Marc Halter dagegen gab bekannt, dass 3000 Armeeangehörige den zivilen Sicherheitsbehörden unter die Arme greifen. Maximal können gemäss Beschluss des Bundesparlaments bis 5000 Armeeangehörige zum WEF-Assistenzdienst aufgeboten werden.

Die Armee half zudem bei den Aufbauarbeiten. Unter anderem wurden 662 Zaunelemente oder 24 Kilometer Absperrgitter aufgestellt. Davos gleicht mehr oder weniger wieder einer Festung. Die zwei Zufahrtswege durch das Prättigau und das Landwassertal werden kontrolliert.

Überwachung des Luftraums

Die Sicherung und Überwachung des Luftraums gehören ebenfalls zu den Aufgaben der Armee. Dieses Jahr ist die Situation insoweit eine spezielle Herausforderung, als wegen der Syrien-Konferenz in der Westschweiz gleich zwei gesperrte Lufträume überwacht werden müssen, weshalb auch ältere Tiger-Kampfjets fliegen. Im Fall des Schutzes für den Davoser Luftraum greift die Armee zurück auf die bewährte Zusammenarbeit mit Österreich und Italien.

Acht Millionen Franken Kosten

Zu drei Luftraum-Verletzungen war es während des Forums letztes Jahr gekommen. Einen allfälligen Waffeneinsatz zur Wahrung der Lufthoheit, das heisst, den Abschuss eines Eindringlings, müsste Verteidigungsminister Ueli Maurer durchsetzen.

Die WEF-Sicherheitskosten dürften sich im Rahmen der letzten Jahre bewegen und sich auf acht Millionen Franken belaufen. Der Bund übernimmt drei Achtel davon, der Kanton Graubünden und das WEF je zwei Achtel und die Gemeinde Davos einen Achtel. Die Kosten erreichten im Jahr 2003 mit 13,7 Millionen Franken den Höhepunkt.

Nicht nur die Sicherheit wird in den Tagen des WEF erhöht – zugleich nimmt auch das Verkehrsaufkommen zu.  Der Flughafen Zürich auch in diesem Jahr mit über 1000 zusätzlichen Starts und Landungen. Darunter sind zahlreiche Helikopterflüge, die in dieser Zeit für Lärmemissionen sorgen. 

60 Standplätze für Privatflugzeuge

Viele der anreisenden Exponenten aus Politik und Wirtschaft reisen mit dem Privatflugzeug an. Für diese Maschinen stehen insgesamt 60 Standplätze zur Verfügung. Weitere WEF-Flugzeuge haben aus Platzgründen eine maximal dreistündige Aus- und Einladezeit zur Verfügung. Danach müssen sie den Flughafen Zürich wieder verlassen. Als Ausweichvariante steht unter anderem der Flughafen Dübendorf bereit.

Während des letztjährigen WEF verzeichnete der Flughafen Zürich 1'080 zusätzliche Flugbewegungen. Zum Vergleich: 2013 lag die durchschnittliche Zahl der Starts und Landungen pro Tag bei 720.

 

(sda/awp/me/sim)

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