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Bund stoppt Skandal-Projekt «Insieme»

Eveline Widmer-Schlumpf hat die Finanzdelegation der Eidgenössischen Räte informiert. (Bild: Keystone)

Das Informatikprojekt «Insieme» der Eidgenössischen Steuerverwaltung wird abgebrochen. Dem Finanzdepartement wurde das Risiko zu gross.

Veröffentlicht am 20.09.2012

Aus für das Informatikprojekt «Insieme» der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV): Das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) hat die Notbremse gezogen und das umstrittene Projekt abgebrochen.

Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf informierte am Mittwoch die Finanzdelegation der Eidgenössischen Räte über den Entscheid, wie das EFD heute mitteilte. Eine Weiterführung des Projekts werde als zu risikobehaftet beurteilt, weshalb sich ein Abbruch aufdränge.

Fehlende Fachkompetenz, viele Wechsel

Zwar sei mittlerweile das Gesamtkonzept zur Ablösung der bisherigen Informatiksysteme erstellt, doch seien erst 10 Prozent der notwendigen Programmierarbeiten vollendet. Neben mehrmaligen Methodik- und Softwarewechseln wirkte sich laut Communiqué auch die zeitweise fehlende fachliche Führung negativ auf den Projektverlauf aus.

Der Auftrag für das Projekt INSIEME war 2006 an den US-Informatikkonzern Unisys vergeben, später aber wieder zurückgezogen worden. Die ESTV musste Unisys eine Entschädigung zahlen, die Kosten für die Episode beliefen sich auf 6,4 Millionen Franken.

Gemäss der ursprünglichen Planung sollte INSIEME bis 2013 abgeschlossen werden. 2011 wurde die Projektleitung ausgewechselt. Wesentliche Teile des ursprünglichen Vorhabens mussten aus dem Projektumfang gestrichen werden. Infolge der Affäre um das Projekt musste im Juni 2012 ESTV-Direktor Urs Ursprung gehen.

(jev/tno/sda)

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