Am Montag reichte Daniel Thelesklaf seinen Rücktritt ein – der Schritt erfolgt nach weniger als einem Jahr im Amt: Der Leiter der Meldestelle für Geldwäscherei hatte seine Position im August 2019 übernommen.

Das Fedpol, der die MROS zugegliedert ist, bestätigt den Abgang gegenüber der «Handelszeitung». Gründe werden nicht genannt. Es sei dies ein persönlicher Entscheid von Thelesklaf gewesen, so eine Fedpol-Sprecherin.

Am Montag hatte Thelesklaf sein Umfeld informiert. In seinem Schreiben, das der «Handelszeitung», erklärte er: «Leider kam ich zum Schluss, dass meine Vorstellungen zur strategischen Ausrichtung der MROS nicht mehr geteilt wurden.»

Ans Amtsgeheimnis gebunden

Es war ein Abgang per sofort. In seinem Abschiedsschreiben erwähnt er nur seine private Mailadresse und die persönliche Handynummer.

Zur «Handelszeitung» äussert sich Thelesklaf wie folgt: «Ich bin weiterhin an das Amtsgeheimnis gebunden und kann daher nicht ins Detail gehen. Summarisch erwähnt er aber, es habe «Dissonanzen zwischen MROS unter meiner Leitung und dem Fedpol hinsichtlich der Umsetzung von internationalen Standards» gegeben – was ihm eine Fortsetzung der Arbeit «nicht ermöglichte». 

Anzeige

Es können allerdings noch weitere, persönliche Gründe vorliegen. Der «Handelszeitung» liegen die Aussagen zweier unabhängiger Quellen vor, die eine ausländische Strafverfolgung erwähnen. «Es gibt Meldungen über eine nicht abgeschlossene Strafuntersuchung aus dem angelsächsischen Raum», sagen die Quellen übereinstimmend.

Mutmassungen und Diskreditierungen

Daniel Thelesklaf sagte am Mittwochabend, er höre zum ersten Mal davon: «Ich habe keine Kenntnis von solchen Strafuntersuchungen und solche Mutmassungen können daher beim Entscheid, MROS zu verlassen, keine Rolle gespielt haben.» Er sei zu «keinem Zeitpunkt über solche Anschuldigungen informiert gewesen» und er fordere diese Quellen auf, ihn damit zu konfrontieren.

Ganz überrascht sei er allerdings nicht: Wenn jemand wie er ein Leben lang gegen Geldwäscher gekämpft habe, sei es wahrscheinlich, dass diese Kreise versuchten, ihn fertig zu machen. «Ich muss davon ausgehen, dass Personen, denen ich das Leben schwer gemacht habe, nun versuchen, mich zu diskreditieren», sagte er der «Handelszeitung».