Eric Scheidegger bereitet sich minutiös auf das Interview vor, druckt Studien und Berichte aus, um seine Haltung zu untermauern. Er bedauert, dass der Journalist nicht alle Fragen stellt, die er eingereicht hatte. Für seine Antworten hat er stets die offizielle Position des Bundesrates im Kopf, so etwa zum EU-Deal. Er versteht sich als treuer Staatsdiener, und wenn er nicht einverstanden ist, sagt er: «Das ist das Primat der Politik.» Er gibt öffentlich kaum je seine Gesinnung preis. Ausser man hakt bei ihm mehrmals nach. Ende März tritt er ab und will sich dann mit dem Einfluss der Medien befassen, deren Druck er in Krisen hart zu spüren bekam und gegen den er sich öfter stemmen musste.
Der Frieden, die Weltordnung und die Exportwirtschaft, alles scheint gefährdet. Täuscht der Eindruck?
Nein, er täuscht nicht. Wir sind tatsächlich an einer Wegscheide der Entwicklung.

