Die Schweiz sieht sich gerne als Hort des Liberalismus. Man ist stolz auf Menschen mit viel Bürgersinn, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen und eine hohe Arbeitsmoral haben, und auf einen schlanken Staat, der nicht alles selber regeln will, sondern sich darauf beschränkt, seinen Bürgerinnen und Bürgern den Spielraum zu schaffen, damit sie ihre Lebensentwürfe möglichst gut realisieren können.

Die tiefe Fiskalquote trügt

Doch die Realität ist eine andere. Auch in der Schweiz greift der Staat immer mehr um sich. Wenn man genau hinschaut, wie das die liberale Denkfabrik Avenir Suisse unlängst getan hat, dann fällt das Bild von der Schweiz als liberaler Musterschüler in sich zusammen. Bei der Fiskalquote liegt die Schweiz gemäss Avenir Suisse mittlerweile bei 40 Prozent, wenn man die obligatorischen Beiträge an die Krankenkassen und Pensionskassen mit in die Rechnung einbezieht – gleichauf mit Deutschland oder Österreich. 

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Peter Rohnerist Chefökonom der Handelszeitung.Mehr erfahren