Anleger legten sich am Mittwoch europäische Staatsanleihen in die Depots, im Gegenzug sanken die Renditen um mehrere Basispunkte. Die Verzinsung zehnjähriger Bundesanleihen fiel auf einen neuen Tiefststand von minus 0,397 Prozent.

An den europäischen Aktienmärkten ging es aufwärts. Allerdings drückte die Aussicht auf anhaltend niedrige Zinsen die Kurse von Bankenaktien: der Branchenindex fiel um bis zu 0,6 Prozent.

Lagarde, die am Dienstag für die Nachfolge von EZB-Präsident Mario Draghi nominiert worden war, hatten nur wenige auf dem Zettel gehabt. Bislang gebe es zwar nur wenige Signale, welche geldpolitische Linie Lagarde fahren würde, sagte Ökonom Carsten Brzeski von der Grossbank ING.

Eher ultralockere Geldpolitik

Marktteilnehmer würden sie aber eher auf der Seite der ultralockeren Geldpolitiker sehen, sagten Strategen von Morgan Stanley. «Aber was vielleicht wichtiger ist als das was sie mitbringt: sie verhindert, dass eine für eine straffere Geldpolitik stehende Person wie Jens Weidmann an die Spitze der EZB gelangt», sagte Analyst Stephen Gallagher von Societe Generale. Somit werde es wohl keinen radikalen Kurswechsel nach dem Abgang von Mario Draghi geben.

Insgesamt wäre die Französin aus Sicht der Aktienmärkte eine gute Wahl, ergänzte Jochen Stanzl, Marktanalyst vom Handelshaus CMC Markets. «Sie wäre eine Notenbankpräsidentin, die man versteht. Sie kommt gut rüber und kann Dinge einfach erklären und hat es auch geschafft, dem IWF ein positiveres Image zu geben.»

(reuters/tdr)

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