Alte Traktoren verschönern die Landschaft. Deshalb könnten sich Bauern für Oldtimer-Fahrzeuge, die älter als 25-jährig sind, neu für einen Beitrag von 200 Franken aus dem milliardenschweren Topf der Direktzahlungen anmelden. Das berichtete am 28. März der «Schweizer Bauer». Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) wurde in der Folge überflutet mit Bildern, die Landwirte in ihrem Einsatz mit alten Traktoren zeigen.

Wie später herauskam, leistete sich die Zeitung bloss einen Aprilscherz. Doch in der Landwirtschaft hätte sich niemand gewundert, wenn der Bund auch noch dafür Direktzahlungen leisten würde. Denn in der Realität sind die Beitragsformen nicht weniger absurd.

Ursprünglich auf 70 Millionen Franken begrenzt

Mit der Agrarpolitik 2014 bis 2017 erhalten die Bauern auch Bundesgelder für den Erhalt einer vielfältigen Kulturlandschaft. Weit mehr Landwirte beteiligen sich an diesen Programmen als vom Bund in Aussicht gestellt. Bereits sind 72 Millionen Franken in solche Projekte geflossen. Das ist dreieinhalb Mal mehr als vom Bundesrat budgetiert. Bis 2017 wird die Kategorie auf über 150 Millionen anschwellen. Ursprünglich sollten die Beiträge auf 70 Millionen Franken begrenzt bleiben.

Die neuen Millionensubventionen fliessen in Projekte von zweifelhaftem Nutzen. Im Thurgau bekommen Bauern 100 Franken extra, wenn sie keinen benzinbetriebenen Laubbläser verwenden. Den gleichen Betrag gibt es, wenn 80 Prozent der Maschinen und Geräte in Gebäuden unterstellt oder die Siloballen geordnet an landschaftsverträglicher Stelle platziert werden.

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