Petra Gössi will ihr Amt als Parteipräsidentin der FDP spätestens Ende Jahr abgeben. Das sei der optimale Zeitpunkt, weil er in der Mitte der Legislatur und genau zwischen zwei Wahlen stehe. Sie wolle sich wieder stärker beruflichen Plänen widmen.

In den letzten Jahren habe sie mit der Basis eine «liberale Umweltstrategie» erarbeiten dürfen, die Partei stehe kurz vor der Entscheidung bei der Enkelstrategie und erarbeite liberale Lösungen mit Blick auf die Europapolitik, die Sicherheit und die Arbeitsplatzsicherheit, sagt Gössi am Montag in ihrer Videobotschaft auf dem Kurznachrichtendienst Twitter zu ihrem Rücktritt.

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«Jetzt habe ich aber auch noch persönliche Pläne», sagte Gössi. Sie sei extrem stolz, dass sie in einem Land leben dürfen, in welchem es möglich sei, neben der politischen Karriere auch noch die berufliche Karriere weiterzuverfolgen. Während der vergangenen fünf Jahren sei es aber fast nicht mehr möglich gewesen, ihre berufliche Karriere weiterzuverfolgen. Dem wolle sie jetzt wieder mehr Gewicht geben.

«Im kommenden Januar stehen wir genau zwischen zwei Wahlen - den nationalen Wahlen 2019 und 2023», sagte Gössi. Genau zwischen zwei Wahlen, wichtige liberale Strategien in Erarbeitung und die Stärkung ihrer beruflichen Karriere - es sei jetzt der optimale Zeitpunkt. Es bleibe genügend Zeit, die Wahlen optimal vorzubereiten und frische Gesichter und Ideen zu präsentieren.

Kritik nach Nein zum CO2-Gesetz

Laut «NZZ» dürfte das versenkte CO2-Gesetz der Grund für den Rückzug sein. Zum vergangenen Abstimmungswochenende, an welchem Gössi wegen der Ablehnung des Gesetzes in Kritik geraten war, sagte die abtretende Präsidentin in der Video-Botschaft: «Es hat vor allem eines gezeigt: Bei uns ist niemand gegen Umweltpolitik. Jetzt haben wir die Chance, die unterschiedlichen Strömungen unter neuer Führung zusammenzubringen.»

Die FDP bedauert den Entscheid Gössis sehr, wie sie in einer Mitteilung schreibt. So könne aber frühzeitig für die Wahlen 2023 eine neue Präsidentin oder ein neuer Präsident präsentiert werden. Die FDP werde in naher Zukunft eine Findungskommission für die Nachfolge einberufen.

(sda/gku)