Einer Senkung des Umwandlungssatzes stimmt der Verband zwar zu, eine Erhöhung der Beiträge lehnt er aber ab. Der SGV legte ein eigenes Modell vor.

Eine Erhöhung der Lohnprozente für die Pensionskassen sei generell schädlich für den Wirtschaftsstandort Schweiz, teilte der Verband der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) am Dienstag vor den Medien mit. Höhere Beiträge schmälerten die Wettbewerbsfähigkeit, weil sie Produkte verteuerten.

Im eigenen Modell hält der SGV am Drei-Säulen-Prinzip fest. In der zweiten Säule schaffe sich jeder Versicherte mit Unterstützung des Arbeitgebers sein eigenes Altersguthaben. Deshalb dürfe hier keine Umverteilung stattfinden.

Einlageprinzip ausgehebelt

Das Mehrheitsmodell von Gewerkschaften und Arbeitgebern wende sich vom Drei-Säulen-Modell ab. In dem Modell würden nach dem Giesskannenprinzip Rentenzuschläge verteilt. Der Grundsatz des Einlageprinzips in die zweite Säule werde ausgehebelt. Der Mehrheitsvorschlag sei nichts anderes als der erste Schritt Richtung Einheitskasse oder Volksrente.

Die Revision der zweiten Säule verursacht Mehrkosten, hielt der Verband fest. Das Mehrheitsmodell koste rund 2,5 Milliarden Franken mehr. Der SGV-Vorschlag sei hingegen mit rund 1,5 Milliarden eine Milliarde Franken billiger. Mit der AHV-Steuervorlage müssten bereits höhere Lohnprozente verdaut werden.

Mit seinem Modell respektiert der Gewerbeverband nach eigenen Worten den Volkswillen. Die Nachwahlbefragung zur gescheiterten Revision der Altersvorsorge 2020 habe gezeigt, dass der vorgeschlagene Rentenzuschlag von 70 Franken der wichtigste Grund für die Ablehnung war.

(sda/tdr)