8856 Menschen leben im Dorf Epalinges oberhalb von Lausanne. Bald ist es einer weniger. Ikea-Gründer Ingvar Kamprad beschloss, die Waadtländer Gemeinde hoch oben über dem Genfersee zu verlassen. Seit 1970 hatte er dort gewohnt. Nun zieht der 87-Jährige zurück in seinen schwedischen Heimatort Älmhult. «Herr Kamprad hat mich vorher über seine Absichten informiert», erklärt Epalinges' Bürgermeister Maurice Mischler Im Gespräch mit handelszeitung.ch. Nur Details wie etwa einen Termin habe der reichste Bewohner der Schweiz nicht genannt.

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Mischler bereitet der Wegzug aus finanzieller Sicht keine Sorgen. Denn obwohl Kamprads Vermögen vom Wirtschaftsmagazin BILANZ auf 38,5 Milliarden Franken geschätzt wird, war der Schwede nicht der beste Steuerzahler. «Er gehörte bei uns in der Gemeinde lediglich zu den ersten zwanzig», so Epalinges' Bürgermeister.

Er lebte sehr sparsam

Denn Kamprad war in Epalinges pauschalbesteuert. Das dürfen Einwohner, wenn sie in der Schweiz selbst keinem Erwerb nachgehen. Abgerechnet wird dann aufgrund der jährlichen Lebenshaltungskosten. «Kamprad lebte ja bekanntlich sehr sparsam», kommentiert Mischler. Dennoch wird er mit dem Gemeinderat zusammen erstmal eine Analyse machen, um zu sehen, was der Wegzug finanziell genau bedeutet. «Aber die Steuern müssen wir nicht erhöhen.»

Mischler hofft, dass Kamprad zumindest sein Haus - ein grosses, graues, aber keineswegs pompöses Einfamilienhaus in einem ganz normalen Wohnquartier - behalten wird. «Es gibt Anzeichen dafür», so der Bürgermeister. Denn Kamprad sei ein «sehr diskreter» und rundherum geschätzter Mitbürger gewesen. Man habe ihn immer wieder Mal im Restaurant oder in der Migros beim Einkaufen gesehen, erklärt der Bürgermeister. Der Wegzug sei deshalb menschlich durchaus ein Verlust.

Viel gespendet

Kamprad habe auch seine vielen Spenden nicht an die grosse Glocke gehängt. «Er machte da sehr viel, er war sehr grosszügig», so Mischler. Bekannt ist etwa, dass er der Altenorganisation Pro Senecture des Kantons Waadt 10 Millionen Franken überwies. Und in seinem Wohnort zahlt er den Bau von modernen Alterswohnungen. «Wir stecken mitten in der Planungphase», erzählt der Bürgermeister.

Wenn man sich in Epalinges um etwas Sorgen macht, dann ist es vor allem diese Wohltätigkeit. «Das wäre ein grosser Verlust», gibt Mischler zu.