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Umverteilung
Mailand und Venedig fordern mehr Autonomie

Venedig: Berühmte Touristendestination. Pixabay

Zwei norditalienische Regionen machen Druck auf Rom. Das wirtschaftlich starke Mailand und Venedig wollen die Transferzahlungen in den Süden kürzen.

Veröffentlicht am 23.10.2017

Die beiden norditalienischen Regionen Lombardei und Venetien haben in Volksabstimmungen am Sonntag mit überwältigenden Mehrheiten für eine grössere Autonomie von der Zentralregierung in Rom gestimmt. Nach in der Nacht veröffentlichten vorläufigen Ergebnissen stimmten in der Lombardei 95 Prozent für eine Ausweitung der Autonomie. In Venetien habe eine überwältigende Mehrheit dafür gestimmt, erklärten lokale Verantwortliche.

Die beiden Regionen werden von der früher offen sezessionistischen Lega Nord regiert. Mit ihren Hauptstädten Mailand und Venedig erbringen sie zusammen rund ein Drittel der italienischen Wirtschaftskraft. Hier leben rund 15 der 60 Millionen Italiener.

«Sie für die Lega»

Die Referenden sind nicht bindend für die Zentralregierung in Rom. Die Lega Nord will mit der Rückendeckung aus den Abstimmungen nun erreichen, dass ein höherer Anteil an Steuerzahlungen in den Regionen verbleibt.

Die Lega verfolgte einst die Abspaltung des reichen Nordens vom armen Süden, mittlerweile hat sie den Sezessionsgedanken allerdings weitgehend aufgegeben. Die Referenden seien ein «Sieg nicht nur für die Lega, sondern auch für die Bevölkerung», so Lega-Chef Matteo Salvini auf Twitter.

Technische Probleme

«Ziel erreicht. Für unser Venetien beginnt eine neue Geschichte», erklärte der Regionalpräsident der Region, Luca Zaia, auf Facebook.

Für Kritik sorgte in der Lombardei die Abstimmung mit Tablets. Einige Wähler bemängelten technische Probleme. Andere monierten die hohen Kosten für das Referendum, das sowieso nicht mehr bringe, als in der italienischen Verfassung festgeschrieben sei: Nämlich, dass die Regionen über mehr Autonomie mit Rom verhandeln können.

(reuters/ise)

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