1. Home
  2. Politik
  3. Putin: Vaterfreuden im Tessin statt Krankheit?

Berichte
Putin: Vaterfreuden im Tessin statt Krankheit?

Wladimir Putin und Alina Kabajewa: Ihre Beziehung ist ein offenes Geheimnis.   Keystone

Nach tagelanger Funkstille glaubten Beobachter an eine Erkrankung Putins. Doch im Tessin geht das Gerücht, Russlands Präsident sei wegen der Geburt einer Tochter abgetaucht. Ein Sprecher dementiert.

Von Gabriel Knupfer
am 13.03.2015

Seit Tagen ist Wladimir Putin abgetaucht. Zuletzt in der Öffentlichkeit gezeigt hat sich der russische Präsident vor mehr als einer Woche mit dem italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi in Moskau. Seither liess Putin mehrere Termine und eine Reise nach Kasachstan platzen. Bereits machten Gerüchte die Runde, wonach der Kremlchef erkrankt sei.

Doch es könnte ein ganz anderer Grund hinter dem Verschwinden stecken. Im Tessin gehe das Gerücht um, dass Putins Geliebte in der Clinica Sant'Anna in Sorengo ein Kind geboren habe, berichtete heute der «Blick». Noch genauer Bescheid weiss man offenbar im Tessin selbst: Die Spitzensportlerin Alina Kabajewa habe in der Tessiner Privatklinik ein Mädchen zur Welt gebracht, schreibt der «Corriere del Ticino».

Ein Sprecher Putins dementierte die Gerüchte in mehreren europäischen Medien anschliessend. «Informationen, wonach Wladimir Putin ein Kind geboren wurde, sind nicht richtig», sagte Putin-Sprecher Dmitri Peskow der Russland-Ausgabe des Magazins « Forbes». Man sollte eine Belohnung für die «beste Medien-Ente» ausloben, scherzte der Sprecher.

«Der halbe Kanton spricht bereits davon»

Im Artikel beruft sich der «Blick» auf Personen aus dem Umfeld des Spitals. «Der halbe Kanton spricht bereits davon», wird eine ungenannte Quelle zitiert. Die NZZ, die das Gerücht heute vor Ort verifizieren wollte, konnte nach eigenen Angaben aber keine Beweise für die Geburt oder gar die Anwesenheit Putins im Tessin finden.

Unter Berufung auf «gut informierte Personen», schreibt «Ticinonews» heute, dass Putin und seine Freundin vergangene Woche für die Geburt in die Schweiz gereist seien. Während Kabajewa in der Klink schlief, sei Putin bei Freunden untergekommen. Mehrere Personen hätten das Paar auch in Lugano gesichtet.

Beziehung nie bestätigt

Die Gerüchte einer Erkrankung von Putin hatte sein Sprecher bereits gestern zurückgewiesen. Dem Präsidenten gehe es sehr gut. Auf die Frage, ob Putin denn noch einen festen Händedruck habe, bekräftigte Dmitri Peskow: «Er bricht dir die Hand.»

Putin hat die Beziehung mit der 31-jährigen Alina Kabajewa nie bestätigt. Die Olympiasiegerin in rhythmischer Gymnastik sass einige Zeit für Putins Partei im russischen Parlament. Die Liaison gilt schon länger als offenes Geheimnis. Trotzdem wäre es nachvollziehbar, wenn Putin die Geburt eines unehelichen Kindes lieber geheimhalten würde. Putin ist seit 2014 geschieden und hat bereits zwei Töchter aus erster Ehe.

Anzeige