Miroslav Miskovic, der als reichster Unternehmer in Serbien gilt, ist wegen Steuerhinterziehung zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Zudem soll der 70-Jährige illegale Geschäfte bei einem Strassenbau-Unternehmen gemacht haben. Dies gab ein Sondergericht am Montag in Belgrad bekannt.

Miskovic, der bereits ein halbes Jahr in Untersuchungshaft war, hatte wiederholt von einem politisch motivierten Urteil gesprochen, hinter dem der serbische Regierungschef Aleksandar Vucic stehe. Der Oligarch galt seit den 90er-Jahren als der einflussreichste Unternehmer im Land. Vucic hatte Miskovic als den Mann bezeichnet, der in der Vergangenheit wichtige Medien und Politiker mit Geld bestochen habe.

Serbien ist Miskovic

Miskovic ist der bisher prominenteste Angeklagte im gross angelegten Kampf gegen die Korruption im Balkanland. Serbien gilt als eines der korruptesten Länder Europas.

Miskovic erwirtschaftete bis vor kurzem noch fast einen Zehntel des serbischen Bruttoinlandprosuktes mit seiner Delta Holding. Über die in vielen Branchen nahezu konkurrenzlose Allgegenwart der Firma kursiert in Serbien ein bissiges Bonmot: «Kosovo ist Serbien», beginnt das Sprichwort in Anlehnung an den politischen Schlachtruf, «aber Serbien ist Delta».

(sda/ise/ama)

 

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