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Ritter ist neuer Präsident des Bauernverbandes

Markus Ritter: CVP-Nationalrat für St. Gallen - und neu auch Präsident des Bauernverbandes. (Bild: Keystone)

Erstmals ist ein Biobauer zum Präsident des Schweizerischen Bauernverbandes (SBV) gewählt worden. Der St. Galler CVP-Nationalrat Markus Ritter wird Nachfolger von Hansjörg Walther.

Veröffentlicht am 21.11.2012

Der St. Galler CVP-Nationalrat Markus Ritter ist zum neuen Präsidenten des Schweizerischen Bauernverbands (SBV) gewählt worden. Er setzte sich an der Delegiertenversammlung in Bern gegen drei Mitbewerber durch. Damit wird Ritter Nachfolger von Hansjörg Walter, der nach zwölf Jahren abtritt.

Die Ausgangslage vor der Präsidiumswahl war bis zuletzt offen. Im Rennen waren ausser Ritter der Berner SVP-Nationalrat Andreas Aebi, der Freiburger FDP-Grossrat Fritz Glauser und der Luzerner CVP-Kantonsrat Josef Dissler.

Markus Ritter setzte sich im 4. Wahlgang mit 245 zu 210 Stimmen gegen Aebi durch. Mit dem 45-jährigen Rheintaler steht erstmals ein Biobauer an der Spitze des Verbandes. Sein Betrieb ist auf Milchwirtschaft ausgerichtet. Seit 2005 präsidiert Ritter den St. Galler Bauernverband.

Der abtretende SBV-Präsident Hansjörg Walter war während zwölf Jahren oberster Bauer der Schweiz. Der 61-jährigen Landwirt aus dem Thurgau zeichnet sich aus durch seine grosse Akzeptanz über die Grenzen der Landwirtschaft hinaus. Auch im Parlament geniesst er hohes Ansehen. Walter präsidiert 2012 den Nationalrat.

Biobauer seit über einem Jahrzehnt

Der Betrieb von Markus Ritter im Krans in Altstätten ist einer, wie es ihn viele gibt im Kanton St. Gallen. Mit seinen rund 28 Hektaren ist der Hof auf Milchwirtschaft ausgerichtet, betreibt aber auch etwas Ackerbau und verfügt über 225 Hochstammobstbäume. Ritter hält 26 Milchkühe, zieht 26 Jungtiere auf und besitzt drei Mutterschafe sowie zehn Bienenvölker.

 

Nach der Schliessung der Käserei im Dorf stiegen die Ritters 2001 auf Bio-Produktion um. Bio Suisse hat das längerfristige Ziel formuliert, dass in der Schweiz nur noch biologischer Landbau betrieben wird. «Der Markt soll entscheiden», sagt Ritter. Wenn die Nachfrage für Bio-Produkte da sei und dafür angemessene Preise bezahlt würden, werde die Zahl der Bio-Bauern steigen, andernfalls werde sie sinken.

 

Er wolle sich als Bauernverbands-Präsident für alle Bauern einsetzen, ob Tal-, Hügel- oder Bergbauern, egal, was sie produzieren und wie sie produzieren. Gerne würde er integrierend die verschiedenen Meinungen der Landwirtschaft bündeln und beharrlich nach aussen vertreten.

(vst/aho/sda)

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