Gas Lieferungen Russland Ukraine

Öl-Pipeline: Russland sanktioniert westliche Energiefirmen.

Quelle: imago stock&people
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Der Westen hat angesichts des Ukraine-Kriegs beispiellose Sanktionen gegen Russland verhängt - jetzt kommt eine Antwort aus Moskau. Von dort heisst es, damit sei das Anlegen von Vorräten mit russischem Gas in den Speichern Europas künftig verboten. Die Details sind unklar.

Die russische Regierung hatte am Mittwoch eine Verfügung veröffentlicht, nach der mit insgesamt 31 aufgelisteten Energiefirmen von russischer Seite keine Geschäfte mehr gemacht werden dürfen. Laut der russischen Nachrichtenagentur Tass ist auch Gazprom Schweiz in der Liste aufgeführt. Die Handelsverbote im Auftrag von Kremlchef Wladimir Putin treten ab sofort in Kraft.

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Der Transit von russischem Gas durch die Ukraine nach Europa ist zurückgegangen - allerdings ist unklar, ob es einen Zusammenhang mit den Sanktionen gibt. Das Auftragsvolumen für die Durchleitung russischen Gases lag nach Angaben des ukrainischen Netzbetreibers OGTSU am Donnerstag bei nur noch 53,2 Millionen Kubikmeter.

Gasmenge aus Russland bereits deutlich reduziert

Laut dem aktuellen Transitvertrag können täglich maximal 110 Millionen Kubikmeter russisches Gas durch die Ukraine nach Europa gepumpt werden. Am Dienstag lag das Auftragsvolumen nach russischen Angaben noch bei 95,8 Millionen Kubikmetern. Am Mittwoch war die Gasmenge auf 72 Millionen Kubikmeter gefallen, weil die Ukraine kriegsbedingt einen Strang durch die schwer umkämpfte Region Luhansk geschlossen hatte.

Nun ist sie noch einmal um mehr als ein Viertel gefallen. Ein Gazprom-Sprecher erklärte am Donnerstag, ein Antrag, weitere Mengen über die im Grenzgebiet zu Luhansk liegende Gasmessstation Sochraniwka einzuspeisen, sei von der Ukraine abgelehnt worden.

Schwankungen beim Gas-Transit sind üblich. In den vergangenen Wochen wurden mehrfach vergleichbare Mengen durch das ukrainische Pipelinesystem geleitet. Zuletzt war die Transitmenge am 24. April mit 53 Millionen Kubikmetern ähnlich niedrig.

Betroffen sind von den russischen Gegensanktionen vor allem die Betreiber von Gasspeichern sowie etwa der Eigentümer, der den polnischen Teil der von Russland nach Europa führenden Pipeline Jamal betreibt. 

(awp/mbü)