Otto Bitterli, CEO des Krankenversicherers Sanitas glaubt nicht, dass die Einführung einer Einheitskasse hilft, die Kosten zu senken. «Weil 95 Prozent der Kosten heute medizinische Leistungen von Spitälern, Ärzten, Medikamenten decken. 5 Prozent sind Verwaltungskosten. Auf diese zielt die Initiative ab», so Bitterli im Interview mit der «NZZ am Sonntag». Es sei vermessen zu meinen, man könne viel Geld sparen, wenn man die Krankenkassen aus der Grundversicherung ausschliesst.

Der Grund, dass nur 5-10 Prozent der Versicherten 90 Prozent der Kosten verursachen sei das Alter, so Bitterli. «Am meisten Gesundheitskosten fallen im letzten Lebensjahr an.» Da nun die Generation der Babyboomer ins Alter kommen, werde es noch einmal einen Teuerungsschub im Gesundheitswesen geben, warnt der Sanitas-CEO.

Zum Kostensparen brauche es eine Öffnung des Marktes. Das habe man im Spitalbereich mit den Fallpauschalen versucht, worauf alle Kantone mit einer Spitalplanung reagiert hätten. «Das passt nicht zusammen», so Bitterli. «Die Fallpauschalen wirken nur kostendämpfend, wenn wir grössere Spitalregionen definieren.» Die Konkurrenz sei das Einzige, was Kosten senke.

(awp/chb)

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