Die Wirtschaft des streng abgeschotteten Nordkoreas ist Schätzungen aus Südkorea zufolge nach einem leichten Wachstum 2019 im vergangenen Jahr wieder deutlich geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Nachbarlandes sei 2020 um 4,5 Prozent zurückgegangen, schreibt die Zentralbank in einem am Freitag in Seoul veröffentlichten Bericht.

Nordkorea hatte seine Grenzen wegen des Coronavirus-Ausbruchs schon früh dichtgemacht, was sich stark auf den Handel mit China auswirkte.

Partner-Inhalte
 
 
 
 
 
 

Sanktionen, Pandemie und Überschwemmungen

Wegen seines Atomwaffenprogramms ist Nordkorea internationalen Sanktionen unterworfen, die die wirtschaftliche Entwicklung seit vielen Jahren hemmen. Die Folgen der Pandemie sowie von Naturkatastrophen einschliesslich Überschwemmungen hatten Nordkorea im vergangenen Jahr zusätzlich stark zugesetzt.

Die Einfuhr von Konsumgütern sei wegen der Grenzschliessungen praktisch zum Erliegen gekommen, zitierte der südkoreanische Rundfunksender KBS einen Vertreter einen Vertreter der Bank of Korea (BOK) in Seoul. Zwischen Süd- und Nordkorea findet seit der Schliessung eines gemeinsamen Industrieparks im Jahr 2016 so gut wie kein Handel mehr statt.

Keine eigenen Daten aus Nordkorea

Das Volumen des nordkoreanischen Aussenhandels nahm 2020 laut BOK im Jahresvergleich um 73,4 Prozent auf 860 Millionen Dollar ab. Zudem sei die Produktion sowohl in der Leichtindustrie als auch in der Schwer- und Chemieindustrie zurückgegangen. Die Produktion im Agrar- und Fischereisektor brach demnach um 7,6 Prozent ein.

Die Berechnungen des BIP Nordkoreas gelten als unsicher, da aus dem sozialistischen Land so gut wie keine aktuellen Daten zur Wirtschaftsleistung veröffentlicht werden. Die BOK greift vor allem auf Daten des Geheimdienstes und von Forschungsinstituten zurück, die sich auf Nordkorea spezialisiert haben.

(awp/gku)