Der Anlass ist das fünfjährige Jubiläum der Sendung in der es nur um einen geht - Alt-Bundesrat und SVP-Nationalrat Christoph Blocher. Auf einer Dreiviertelseite beschreibt die «Süddeutsche Zeitung» das Phänomen Blocher TV. «Schätzungsweise 30'000 Nutzerinnen und Nutzer klicken jede Woche das Logo von Tele-Blocher an– ein bebrilltes Smiley, das Christoph Blocher darstellen soll», schreibt das Blatt anerkennend.

Auch die unkritische Stichwortgabe des Moderators der Sendung wird angesprochen. «Darum heisst es ja Tele-Blocher», grinst Blocher bei seiner Antwort an den Journalisten. «Mir hat die Idee von Anfang an gefallen, ich kann 20 Minuten lang über Themen sprechen, ohne dass jemand das Gegenteil sagt.» Der «Spiritus Rector der konservativ-populistischen Schweizerischen Volkspartei» (Zitat «Süddeutsche») gibt zu, seine Sendung sei einseitig. Aber es sei jedermann unbenommen, selbst Ideen über das Internet zu verbreiten, fügt er gönnerhaft hinzu. Dabei werde sein Grinsen noch ein wenig breiter, so die Zeitung. «Doch bei denen schaut keiner zu», so Blocher weiter.

Ausserhalb etablierter Medien

Damit mag Christoph Blocher Recht haben, aber er wickelt auch die «Süddeutsche» um den Finger. Denn im Artikel verschweigt er, dass Tele-Blocher seit Jahren über den Kanal des Schaffhauser Fernsehen flimmert.

Auch der Erfinder der Blocher-One-Man-Show, der Schaffhauser Verleger Norbert Neininger, schweigt sich darüber im Artikel aus. «Mit Tele Blocher haben wir ein Medium ausserhalb der etablierten Medien geschaffen», meint er. «Dazu brauchten wir Mut zur Radikalität, aber die Resonanz gibt uns recht.»

Noch zu einem weiteren Schritt brauchte der Schaffhauser Mut. Das ebenfalls von Neininiger kontrollierte Schaffhauser Fernsehen hat Tele Blocher fest im Programm. Politische Werbung, wird den TV-Machern in der Munotstadt vorgeworfen und damit werde gegen das Radio- und Fernsehgesetz verstossen.

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Nicht nur im Internet zu sehen

Das kleine Schaffhauser Fernsehen wurde lange als «Provinzsender» gesehen. Doch nun strahlt der Sender mit Tele Blocher im Programm über Swisscom-TV fast in die ganze Schweiz. Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) hat 2007 seine letzte Stellungnahme zu Tele-Blocher abgegeben.

Damals kamen Gerüchte auf, dass für die Ausstrahlung der Sendung Sponsoring-Gelder geflossen sind. Das Bakom hielt dazu fest: «Die Vermutung einer Drittfinanzierung hat sich nicht erhärtet.» Die Behörde verzichtete deshalb auf die Eröffnung eines Aufsichtsverfahrens.

Kaum Angaben zu den Machern

Ob Tele Blocher nun politische Werbung ist und darum in der TV-Version gegen das Radio- und Fernsehgesetz verstösst – dies wurde nie abschliessend beurteilt. Auf der Internetseite von teleblocher.ch ist zudem nicht ersichtlich, wer die Sendung produziert und wer die Sendung beim produzierenden Schaffhauser Fernsehen in Auftrag gibt.