Der neue UNO-Botschafter der Schweiz in New York, Jürg Lauber, ist seit Anfang Woche im Amt. Er ist zuversichtlich für die Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen: Die Schweiz könne hier viele ihrer eigenen Ziele vorantreiben.

Wenn man die aussenpolitischen Ziele der Schweizer Verfassung mit der Charta der UNO vergleiche, zeige sich, dass sie fast deckungsgleich seien, sagte der neue Chef auf der Schweizer Mission in New York im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda.

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Botschafter ist hochmotiviert

Dies charakterisiere auch die Arbeit der Schweiz an der UNO: Sie setze sich für die Menschenrechte ein, für nachhaltige Entwicklung, humanitäre Hilfe, Frieden und Sicherheit sowie für Demokratie und sei deshalb in einer «super Ausgangslage».

«Hier als Schweizer zu versuchen, dazu beizutragen, dass das Erreichen dieser Ziele in Zusammenarbeit mit hochinteressanten und fähigen Personen weiter gefördert wird, ist eine Aufgabe, auf die ich mich freue», sagte Lauber.

«Wir reden mit allen»

Was die Schweiz an der UNO auszeichne, sei ihre Bereitschaft, mit allen zu reden. Dem Land komme viel Glaubwürdigkeit zu - es sei nicht zu gross, mache niemandem Angst und verfolge keine verdeckten Absichten.

Er erinnerte aber daran, dass die Schweiz als 17. grösster Beitragszahler zur UNO auch nicht klein sei und sich überall einbringen könne. «Wir können Allianzen schaffen, wenn wir das wollen - mit Partnern aus allen Regionen», sagte Lauber.

Der stille, doch beharrliche Diplomat verfügt bereits über viel UNO-Erfahrung: Von 2003 bis 2007 war er an der Schweizer Mission in New York zuständig für Völkerrechtsfragen. Davor war er Chef der Abteilung Vereinte Nationen und internationale Organisationen (AIO) in der Politischen Direktion in Bern.

Hoher Besuch aus der Schweiz

Gleich zum Arbeitsantritt in New York durfte der neue Botschafter zwei Gäste aus der Schweiz begrüssen. Nationalratspräsident Stéphane Rossini und Ständeratspräsident Claude Hêche nahmen auf Einladung der Interparlamentarischen Union IPU an der vierten Weltkonferenz aller nationalen Parlamente am UNO-Hauptsitz teil.

Die Konferenz findet seit 2000 alle fünf Jahre statt und soll die Zusammenarbeit der Zivilgesellschaft zur nachhaltigen Entwicklung und guter Regierungsführung fördern.

Die beiden Präsidenten zeigten sich davon überzeugt, dass die Schweiz an der UNO ihre Arbeit sehr gut mache. Dem Land biete sich in New York ein ausgezeichnetes Schaufenster, das mit einem kompetenten Team ausgestattet sei, lobte Hêche.

Vierter Schweizer UNO-Vertreter

Lauber wertete den Besuch auch als symbolisch für eine gute Zusammenarbeit der Regierung und des Parlaments mit der UNO. Die Schweiz ist der UNO 2002 beigetreten. Seither ist Lauber nach Jenö Staehelin, Peter Maurer und Paul Seger der vierte Vertreter des Landes am UNO-Hauptsitz.

Ende September findet in New York das Gipfeltreffen zur Eröffnung der 70. UNO-Generalversammlung statt. , an der die Staatsleute neue Ziele zur nachhaltigen Entwicklung verabschieden werden.

(sda/mbü/hon)