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Strafmassnahmen
Vekselberg-Sanktionen: Warum weitere Oligarchen zittern müssen

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Viktor Vekselberg: Seit letzter Woche ist er für die USA tabu.Quelle: Sergei Savostyanov/Getty

Die USA gehen gegen Viktor Vekselberg und weitere reiche Russen vor. Die Strategie hängt auf kuriose Weise mit Forbes zusammen.

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Von Marc Bürgi
am 13.04.2018

Die neuen Sanktionen der USA gegen Russland zeichneten sich bereits im Januar ab: Die US-Behörden veröffentlichten damals eine Liste mit gut zweihundert Namen der reichsten Russen und einflussreichsten Politikern und Behördenmitgliedern Russlands. Damals sorgte die Publikation für Belustigung. Die US-Regierung musste eingestehen, dass sie die Reichenliste vom Magazin «Forbes» kopiert hatte. Die Liste kam offensichtlich etwas zufällig zustande.

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Seit letzter Woche erscheint die Liste in neuem Licht: Zwei Dutzend der Namen sind jetzt mit Sanktionen belegt. Die USA verhängten gegen sieben schwerreiche Unternehmer und 17 Beamte Strafmassnahmen. Mit Viktor Vekselberg trifft es einen Geschäftsmann, der enge Beziehungen zur Schweiz pflegt. Und auch die sechs anderen sanktionierten Superreiche haben Verbindungen zur Schweiz.

Diese Verbindungen haben die russischen Oligarchen zur Schweiz

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Mit ihren Sanktionen gegen Viktor Vekselberg nehmen die USA einen in der Schweiz wohlbekannten Geschäftsmann ins Visier: Der schwerreiche Russe steuert von Zürich aus mit der Renova-Management-Gruppe seine Beteiligungen bei Schweizer Industrieunternehmen. Neben Vekselberg haben auch weitere sanktionierte Russen einen Bezug zur Schweiz...
Quelle: Keystone

Die Auswahl wirft Fragen auf. Vor allem die Sanktionen gegen Vekselberg überraschen. Der Wahlschweizer gehört nicht zum engen Umfeld von Präsident Wladimir Putin. Vor zwei Jahren beschuldigten die russischen Behörden führende Mitarbeiter von Vekselbergs Renova-Gruppe sogar der Korruption. Die USA liefern keine überzeugende Begründung für ihren Bannstrahl: Vekselberg werde wegen seiner«Rolle im russischen Energiesektor sanktioniert».

Die US-Regierung versucht, so viel Druck wie möglich auf Russland auszuüben – und ist bei der Wahl ihrer Methoden nicht zimperlich. Deshalb dürften sich auch andere Personen auf der Liste Sorgen machen. Falls sich die Spannungen zwischen den USA und Russland erhöhen, könnten weitere Russen sanktioniert werden.

Abramovitch ist ein weiterer Kandidat

Treffen könnte es besonders Oligarchen mit engen Verbindungen zu Präsident Wladimir Putin und vielen Investitionen im Westen – beispielsweise Roman Abramovitch, der Besitzer des Fussballclubs Chelsea, oder Roman Usmanov, dem ein Drittel am Chelsea-Rivalen Arsenal gehört. Mit Andrei Skoch haben die USA bereits einen früheren Geschäftspartner von Usmanov sanktioniert. Einen Vorgeschmack, was ihnen drohen könnte, hatten die reichsten Russen bereits: Laut russischen Medien büssten die 50 reichsten Bürger Anfang Woche rund 12 Milliarden Dollar an der Börse ein, nachdem der Rubel und die Aktienkurse wegen der Sanktionen massiv an Wert verloren.

Roman Abramowitsch: Er pflegt enge Beziehungen zu Wladimir Putin.