Im Parteigelder-Skandal der Lega Nord haben Mailänder Staatsanwälte gelüftet, wo die veruntreuten Millionen der rechtskonservativen Oppositionspartei gelandet sind: auf Konti einer Tessiner Tarnfirma. Die GmbH in Lugano mit Namen «Aurora bFd Sagl» habe unter dem Deckmantel von Bau- und Gipserarbeiten operiert.

Die Firma machte offiziell am 30. März 2012 Konkurs. Auf ihre Spur kamen die Ermittler bei der Auswertung von Tausenden in der Lega-Zentrale beschlagnahmten Dokumenten.

Die Gesellschaft stand im Besitz des ehemaligen Schatzmeisters der Lega Nord, Francesco Domenico Belsito, der als Drahtzieher im Skandal gilt. Geführt wurde die GmbH zwischenzeitlich von Giovanni Russo, einem Italiener mit Sitz im Tessin. Belsitos Anwalt soll als Mittelsmann fungiert haben.

Auf die Konten der Gesellschaft sollen Millionen aus den Kassen der Lega Nord geflossen sein. Dabei handelt es sich offenbar um veruntreute Gelder, welche die Lega als Rückerstattung für Wahlkampfspesen erhalten haben soll.

Auch 'Ndrangheta-Gelder vermutet

Zusätzlich vermuten die Ermittler, dass auf den Konti der Aurora auch Mafia-Gelder der 'Ndrangheta gewaschen wurden. Das berichtet die «Repubblica» in ihrer Ausgabe vom Montag.

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Die italienischen Ermittler kündigten an, sie würden in den nächsten Tagen nach Lugano reisen. Die Tessiner Staatsanwaltschaft wollte sich heute auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda zur Angelegenheit nicht äussern.

(chb/tno/sda)