Das Wallis will verhindern, dass das Gelände der Tamoil-Raffinerie in Collombey VS das gleiche Schicksal ereilt wie die Raffinerie in Cremona, einer italienischen Stadt südlich von Mailand. Er trat deshalb am Montag ohne Gegenstimme auf eine dringende Motion ein, welche Änderungen im Baugesetz fordert.

Sämtliche Fraktionen im Grossen Rat unterstützten die Schaffung einer rechtlichen Grundlage, um eine potenziell gefährliche Industriebrache im Kanton zu vermeiden. Der Vorstoss wurde von der Walliser Regierung vorgelegt.

Wichtige Lücke geschlossen

Mit der Gesetzesänderung können die Behörden die Sanierung eines Geländes fordern, wenn dieses nicht mehr benutzt wird. Zudem kann eine Garantieleistung verlangt werden, um die Abbruchkosten für nicht mehr verwendete Bauten zu decken.

Damit werde bereits vor der Totalrevision des Baugesetzes eine wichtige Lücke geschlossen, sagte Jacques Melly, der Präsident der Walliser Kantonsregierung. Der Grosse Rat berät am Freitag im Detail über die Vorlage.

Raffinerie im Wallis stellte Betrieb ein

Im italienischen Ort Cremona stellte Tamoil den Raffineriebetrieb bereits vor Jahren ein, die stark verschmutzten Böden wurden aber nach wie vor nicht saniert. Auch die Anlagen der stillgelegten Raffinerie stehen nach wie vor.

Tamoil hatte Mitte Januar die Schliessung der Raffinerie in Collombey-Muraz angekündigt, weil deren Betrieb nicht mehr rentabel sei. Im März wurde der Ölhahn zugedreht. Vom Aus waren 233 Angestellte im Walliser Chablais und über 20 Angestellte am Tamoil-Sitz in Genf betroffen.

(sda/ise)