Die Buchhalter des Bundes müssen kräftig abschreiben. 50 Millionen Franken kostete die F/A-18, die vergangene Woche in Frankreich abgestürzt ist. Berücksichtige man auch Simulationskosten, Unterhalt und andere nun verlorene Investitionen, komme man auf einen Betrag von 100 Millionen Franken, erklärte Luftwaffenkommandant Aldo C. Schellenberg am Tag nach dem Crash.

Das ist umso schmerzhafter, als es bereits der zweite Totalverlust einer F/A-18 für die Schweizer Armee innerhalb von zwei Jahren ist. 100 bis 200 Millionen Franken sind also innert kürzester Zeit vernichtet worden. Unwiederbringlich. Denn: Die Eidgenossenschaft versichert Kampfflugzeuge nicht.

Prämien höher als Schäden

Indirekt ist der Schaden noch um einiges grösser, weil die Luftwaffe nun auch operativ Probleme hat. «32 Flugzeuge genügen nicht, um in einer angespannten Lage die Durchhaltefähigkeit sicherzustellen», gibt Schellenberg zu. Auch bei der Ausbildung von Piloten gibt es Engpässe, weil vor allem zweisitzige F/A-18 fehlen.

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Handelt der Bund also fahrlässig, wenn er seine Militärflugzeuge generell nicht versichert? Im Gegenteil. Eine Versicherung macht für ein derart grosses Gebilde wie einen Staat keinen Sinn. Auch ein Verlust von 200 Millionen ist für den Bund mit Jahresausgaben von 67 Milliarden Franken (Voranschlag 2016) finanziell gesehen ein Klacks. Anders als Firmen oder Private gerät er wegen eines hohen Schadens nicht in Liquiditätsprobleme. Die Versicherungsprämien wären insgesamt höher als Kosten gelegentlicher Schäden.

Auch Polizeiautos sind unversichert

Die Schweiz ist denn auch kein Sonderfall in Sachen Versicherungen. «Es gibt mit ganz wenigen Ausnahmen keine ­staatliche Luftwaffe weltweit, die ihre Jets versichert», sagt Luftfahrt-Versicherungsexperte Josef Schweighart von der Allianz. Hinzu kommt, dass es auch nicht einfach wäre, einen Versicherer zu finden, der Militärmaterial abdeckt. Die Risiken sind unberechenbar, die Verquickung mit politischen Entscheidungen heikel.

Nicht nur Kampfjets oder Panzer sind unversichert, auch die meisten staatlichen Fahrzeuge sind es nicht – etwa Strassenkehr-, Feuerwehr- und Polizeiwagen. Von den rund 1800 Autos des Kantons Bern beispielsweise sind nur rund 50 besonders exponierte über die obligatorische Haftpflicht hinaus versichert, wie Andreas Aegler von der Finanzverwaltung des Kantons Bern bestätigt.