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Spionage
Wie die CIA sich in Genf Bankdaten beschaffte

Edward Snowden: Heikle Episode in Genf. (Bild: Keystone/Guardian/Glenn Greenwald/Laura Poitras))

Whistleblower Edward Snowden deckte nun auch auf, dass der US-Nachrichtendienst einen Schweizer Banker betrunken hinters Steuerrad setzte, um ihm danach zu «helfen». So kam die CIA an Bankdaten.

Von Christian Bütikofer
am 10.06.2013

Die Enthüllungen von Edward Snowden über die Internetaktivitäten des amerikanischen Geheimdienstes NSA sind ein schwerer Schlag für Barack Obamas Regierung. Via Presse gab sich der 29-jährige Amerikaner am Wochenende als Quelle der streng geheimen Interna zu erkennen, welche nun weltweit für Aufruhr sorgen. Snowden plauderte freimütig über seine Zeit als Geheimdienst-Mitarbeiter. Und dabei verriet er auch Details zu einem heiklen Vorfall in Genf, wie nun bekannt wurde.

2007 flog Snowden als Diplomaten-Mitarbeiter in die Westschweizer Stadt. Dort war er in der Folge als Informatiker tätig. Dadurch erhielt er Zugriff auf diverse sensible Daten. Dieser Zugang und die Zeit, die er mit den CIA-Mitarbeitern verbrachte, waren am Ende der Grund für seinen heutigen Verrat.

Von der Polizei angehalten

Wie skrupellos die CIA vorgeht, erzählte Snowden der britischen Zeitung «Guardian». Es geht um eine Episode, die aufzeigt, wie die USA an heikle Daten einer Bank in Genf gekommen war. CIA-Mitarbeiter hätten einen Schweizer Banker zuerst mit Alkohol abgefüllt und ihn dann ans Steuer seines Autos gesetzt. Danach hätten die Agenten dafür gesorgt, dass der Banker von der Polizei angehalten und kontrolliert wurde.

Nach der Festnahme durch die Schweizer bekam der Banker offenbar Besuch eines Agenten, der sich mit ihm anfreundete und ihm versprach, ihm aus der Patsche zu helfen. Das sei der Beginn der Rekrutierung des Schweizers gewesen. Bald flossen die Daten an die USA.

«Viel mehr Schaden anrichten, als Gutes tun»

«Vieles, was ich in Genf sah, hat mich richtig desillusioniert», meinte Snowden gegenüber dem Guardian. «Ich bemerkte, dass ich Teil von etwas war, das viel mehr Schaden anrichtet, als Gutes tut.»

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