Helvetia Versicherungen erwirbt die Mehrheit am spanischen Versicherer Caser (Caja de Seguros Reunidos, Compañía de Seguros y Reaseguros S.A.), was gemäss Philipp Gmür, Group CEO von Helvetia, einen weiteren strategischen Meilenstein in der Geschichte von Helvetia darstellt. «Die Akquisition von Caser passt perfekt zur Strategie von Helvetia», so Gmür. «Unser Geschäft in Spanien hat sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt und wird durch diese Transaktion weiter gestärkt, was auch die Bedeutung unserer europäischen Aktivitäten substanziell erhöht. Die beiden Gesellschaften ergänzen sich hervorragend, auch kulturell. Caser wird zudem umgehend einen deutlichen Gewinnbeitrag leisten.»

Attraktiver Bankenvertrieb

Caser erzielte 2018 Einnahmen von 1‘639 Millionen Euro und einen Gewinn von 87 Millionen Euro (Basis: Local GAAP). 62 Prozent der Einnahmen entfallen auf das Nicht-Lebengeschäft. Gemeinsam sind Caser und Helvetia im Nicht-Lebengeschäft der siebtgrösste Anbieter im spanischen Markt. Mit der Akquisition scheint es Helvetia zu gelingen, das Kerngeschäft und die Bedeutung des attraktiven Nicht-Lebengeschäftes in der gesamten Helvetia Gruppe deutlich zu stärken. Zudem erschliesst sich Helvetia wertvolle neue Absatzkanäle im Bereich Bankenvertrieb. So verfügt Caser über Vertriebsabkommen mit Ibercaja, Unicaja und Liberbank sowie weiteren Banken. Diese Kooperationen werden gemäss Gmür fortgeführt, womit Helvetia bedeutende neue strategische Partner in Spanien gewinnt. Ibercaja, Unicaja und Liberbank sind mit rund 3‘100 Filialen in ganz Spanien präsent, die mehr als 7 Millionen Kunden betreuen.

Geschäft weiter diversifizieren

Sowohl Caser als auch Helvetia legen einen Fokus auf Kundenzentrierung und Digitalisierung. Darüber hinaus bietet Caser für Helvetia die Möglichkeit, neue Geschäftsmodelle zu erschliessen und so das Geschäft weiter zu diversifizieren. 2018 hat Caser 9 Prozent der Einnahmen mit Fee-Erträgen aus den Eco-Systemen im Gesundheits- und Altersbereich erzielt, die stark mit dem Leben- und Vorsorgegeschäft verbunden sind. Unter anderem betreibt Caser Altersheime und Spitäler, was angesichts der demografischen Entwicklung Wachstumschancen bietet. Weiter erbringt Caser verschiedene Dienstleistungen für Immobilien. «Caser agiert in Spanien ausgesprochen erfolgreich. Dieser Markt ist attraktiv und weist ein hohes Wachstum auf. Wir haben immer wieder betont, dass eine Akquisition in Spanien sehr interessant wäre, nun packen wir die sich uns bietende Chance», fasst Philipp Gmür die Akquisition von Caser zusammen.

Anzeige

Partner im Bankenvertrieb bleiben

Helvetia hat sich mit verschiedenen Aktionären über den Verkauf ihrer Aktienpakete geeinigt. Die weiteren Aktionäre haben die Möglichkeit, ihre Aktien zu den gleichen Konditionen Helvetia zu verkaufen. Helvetia rechnet damit, am Ende einen Anteil von bis zu 70 Prozent an Caser zu übernehmen. Die erwähnten Partner im Bankenvertrieb werden mit rund 30 Prozent an Caser beteiligt bleiben, was die strategische Bedeutung dieser Vertriebskooperationen untermauert. Der Kaufpreis für einen Anteil von knapp 70 Prozent an Caser beträgt rund 780 Millionen Euro.

Geplant ist, dass Caser weiterhin mit der bisherigen Marke am spanischen Markt auftreten wird, ebenso Helvetia Spanien. Auch bleiben die Managementteams und die Standorte beider Unternehmen bestehen. Helvetia möchte «die eigenen Stärken und jene von Caser gebündelt nutzen». Dafür wird nach Abschluss der Transaktion ein gemeinsames Managementkomitee eingesetzt, in dem Mitglieder von Helvetia Spanien und Caser vertreten sein werden. Dieses koordiniert die gemeinsamen Tätigkeiten im Markt, auch mit dem Ziel, Synergien zu nutzen. Zudem stellt es den Wissens- und Erfahrungsaustausch sicher.

Abschluss der Transaktion

Helvetia beabsichtigt die Akquisition von Caser zu zwei Dritteln mit der Begebung von Hybridanleihen und zu einem Drittel mit der Emission neuer Aktien zu finanzieren. Dieser Finanzierungsmix soll ein effizientes Kapitalmanagement ermöglichen und zu einer ausgewogenen Kapitalausstattung beitragen. Über die Schaffung neuer Aktien wird die Generalversammlung am 24. April 2020 entscheiden. Bis zum Vollzug der Kapitaltransaktionen wird die Akquisition mit bestehender Liquidität finanziert. Die Kapitalposition von Helvetia dürfte auch nach der Transaktion unverändert bleiben. So wird die SST-Quote weiterhin in der Zielvorgabe von 180 bis 240 Prozent liegen. Zudem rechnet Helvetia damit, dass auch das S&P Rating von 'A' unverändert bleibt. Helvetia erwartet, unter Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Wettbewerbs- und Aufsichtsbehörden, den Abschluss der Transaktion im ersten Halbjahr 2020.

Caser bietet Helvetia die Möglichkeit, neue Geschäftsmodelle zu erschliessen.