Schweizer Unternehmen mit einer geringen Marktkapitalisierung – sogenannte Small Caps – wurden von der Corona-Pandemie hart getroffen. Insbesondere die gesundheitspolitischen Massnahmen im März 2020 führten bei exportorientierten Gesellschaften zu enormen Umsatzeinbussen.

In der zweiten Jahreshälfte 2020 setzte insbesondere bei zyklischen Unternehmen eine deutliche Erholung ein, die bis heute anhält. Der Ausblick für die zweite Jahreshälfte 2021 hat sich nochmals deutlich aufgehellt, was Small Caps weiter unterstützen sollte.

Adrian Schneider ist Leiter Investment Center der Graubündner Kantonalbank.

Small Caps als attraktiver Portfoliobaustein

Analysen zeigen, dass Small Caps sich nicht nur im Erholungsumfeld, sondern während des gesamten Wirtschaftszyklus besser entwickeln als gross kapitalisierte Unternehmen. Dies geschieht jedoch über den gesamten Zyklus mit höherem Risiko.

Small Caps sind eine attraktive Anlageopportunität. Sie bieten insbesondere für langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger ein attraktives Rendite-Risikoprofil. Der Grund liegt in erster Linie in den attraktiven Geschäftsmodellen.

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Die Anlagemöglichkeiten in Schweizer Small Caps zeichnen sich durch eine ausserordentlich grosse Anzahl an innovativen und qualitativ hochstehenden Unternehmen mit einer führenden Marktposition aus. Im Vergleich zu Grossunternehmen sind sie agiler, haben eine stärkere Innovationskraft und wachsen schneller.

Disziplinierter Anlageprozess als Basis für eine erfolgreiche Investition

Die erfolgreiche Selektion von Small Caps beginnt idealerweise «Bottom-up» und basiert auf mehreren Faktoren. Wichtige Selektionskriterien dabei sind Qualität-, Momentum-, Bewertungs- und Nachhaltigkeitsfaktoren.

Attraktive Unternehmen zeichnen sich durch eine hohe Eigenkapitalrendite, eine gute Betriebsgewinnmarge und eine angemessene Bewertung aus.

Gute Beispiele sind die Online-Bank Swissquote, das Schraubenhandels- und Logistikunternehmen Bossard oder Forbo, der Weltmarktführer für Linoleumprodukte. Diese Unternehmen verdienen deutlich mehr als ihre Kapitalkosten und schaffen damit ökonomischen Mehrwert.

Unter Einbezug technischer Faktoren, wie beispielsweise dem relativen Kursmomentum, wird der Fokus auf Aktien mit einer stark positiven Kursbewegung gelegt. 

Nachhaltiges Handeln gewinnt an Bedeutung 

Die Involvierung von Nachhaltigkeitsaspekten ermöglicht es, Unternehmen zu selektieren, die nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch überzeugen.

Mit dem Ausschluss von Unternehmen aus nicht nachhaltigen Sektoren oder Unternehmen, welche gegen UN-Konventionen verstossen, ist der Anfang gemacht.

Mit der Integration von ESG-Kriterien, also der Beurteilung, wie sich ein Unternehmen hinsichtlich Umwelt, sozialen und Governance-Aspekten verhält, kann eine weitere Verfeinerung im Selektionsprozess vorgenommen werden.