Sie setzen sich als Organisationsberater in Unternehmen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für alle Geschlechter ein. Was bedeutet Gleichstellung für Sie?
Aus der Sicht der Arbeitgeberin oder des Arbeitgebers, dass es keinen Unterschied mehr ausmacht, ob man einen Mann oder eine Frau einstellt. Für die Elternpaare, dass sie Wahlfreiheit haben und frei von äusseren Erwartungen entscheiden können, wie sie sich Beruf und Familie untereinander aufteilen. Und nicht ungewollt in die Traditionsfalle tappen. Wir schauen beim Thema Gleichstellung viel auf die Frauen in der Erwerbsarbeit, und das unterstütze ich auch. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass Männer ein wichtiger Hebel sind, um Gleichstellung und Wahlfreiheit für alle wirklich zu erreichen. 

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Inwiefern?
Der Wandel im Verständnis des Mann- und Vaterseins ist zentral. Nur wenn Männer ihren Teil der Verantwortung für die Care-Arbeit zum Beispiel in der Familie übernehmen, können Frauen auch in der Erwerbsarbeit gleichberechtigt werden. Wenn Väter mehr Verantwortung in der Familienarbeit einnehmen, wird sich auch der Anteil von Frauen in Führungspositionen noch besser entwickeln. Wir brauchen in den Unternehmen – auch in Führungspositionen – mehr Männer, die wissen, was es bedeutet, im Familienalltag die volle Verantwortung zu haben.