Die Männerdominanz in den Verwaltungsräten der börsenkotierten Schweizer Unternehmen bröckelt langsam aber stetig. Nach ganz oben bleibt der Weg für Frauen allerdings steinig.

Bislang sind 64 der 145 in diesem Jahr an einer Generalversammlung neu gewählten Verwaltungsratsmitglieder weiblich, wie eine Datenanalyse der Finanznachrichtenagentur AWP zeigt. Dies drückt den Frauenanteil der Verwaltungsräte der im Swiss Performance Index (SPI) gelisteten Firmen nach oben. Bisher betrug der Frauenanteil in den obersten Strategie- und Aufsichtsgremien nur etwas über 20 Prozent.

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Der Anteil der Frauen unter den neu gewählten Verwaltungsratsmitgliedern ist auch im Vergleich zu den vergangenen Jahren deutlich höher. 2021 lag er bei 26 Prozent, 2020 waren gar nur 23 Prozent der Neuzugänge im Verwaltungsrat weiblich.

Nur drei Frauen im Präsidentenamt

Der höchste Posten im Verwaltungsrat bleibt allerdings fest in Männerhand. Von den bislang 20 neu gewählten oder an einer GV in diesem Jahr zur Wahl nominierten Verwaltungsratspräsidenten sind 17 männlich.

Die drei Frauen, die dieses Jahr ein Präsidiumsamt übernahmen, waren einerseits Suzanne Thoma bei Sulzer und Cornelia Ritz Bossicard bei IVF Hartmann. Und anderseits Margarete Haase beim österreichischen Unternehmen AMS Osram, das an der Schweizer Börse kotiert ist und am 24. Juni seine Hauptversammlung durchführen wird.

 

Viele Rücktritte von Männern im Verwaltungsrat

Dass der Frauenanteil in den Verwaltungsräten mit den Wahlen an den Generalversammlungen von diesem Jahr deutlich ansteigt, bestätigt auch der Blick auf die Liste der zurücktretenden Verwaltungsräte: 118 der 138 ausscheidenden Verwaltungsratsmitglieder in SPI-Firmen sind Männer. Dies entsprich einem Anteil von 85 Prozent.

Damit wird der Trend nochmals akzentuiert, dass sich immer mehr Frauen in den Verwaltungsräten der an der Schweizer Börse kotierten Unternehmen etablieren können. Aktuell liegt die Frauenquote in den SPI-Verwaltungsräten bei rund 24 Prozent. Damit nähert man sich - zumindest im Durchschnitt über alle Unternehmen gesehen - der Vorgabe des Bundes an, die ab 2026 in den Vewaltungsräten mindestens 30 Prozent Frauen vorsieht.

(awp/tdr)