Gleich in zwei Reihen versammelten sich die Gäste des Europa Forum Luzern um sechs Tische. Darauf lagen Zettel mit Europa-Themen: «Mehr europäische Koordination erwünscht?» oder «Zukunft der EU» und «Rahmenabkommen». An jedem Tisch sassen junge Menschen unter 30: vom Thinktank foraus, vom Dachverband Schweizer Jugendparlamente DSJ sowie vom Verein Young Enterprise Switzerland. Auch einige Gymnasiasten waren darunter. Ihre Mission: Den Anwesenden ihre Vision, aber auch ihre Ängste über Europas Zukunft zu zeigen.

Der Austausch mit den Jungen interessierte. Manche Teilnehmer nickten, andere widersprachen, die Diskussion wurde lebhaft und sorgte für einen hohen Lautstärkepegel im Saal. Drei Zeichnerinnen liefen durch den Raum, notierten Stichworte und hielten das Gesagte auf einer weissen Leinwand in Illustrationen fest. Auch so kann politische Debatte aussehen.

Der Jugend eine Stimme geben

«Junge Stimmen werden in der Diskussion um Europa oft überhört oder übertönt», sagte Stefanie Bosshard, Geschäftsleiterin des DSJ. Das wolle man mit solchen Veranstaltungen ändern. Lukas Hupfer, Direktor bei foraus, fügte an: «Wir Jungen wollen in einen Dialog treten, es ist wichtig, dass man hört, was uns bewegt.»

Doris Leuthard zeigte sich sichtlich begeistert vom Engagement der jungen Generation: «Es ist toll, wie voll der Saal ist», sagte sie. «Unsere Erfahrungen können nur wirklich in Austausch mit jungen Menschen weiterbestehen.» Auch Jan Peter Balkenende, ehemaliger Ministerpräsident der Niederlande, zeigte sich erfreut. «Es ist so wichtig, mit den jungen Menschen zu sprechen.» Balkenende wurde spontan von Leuthard mit in den Saal genommen.

Leuthard erhielt für ihre Anwesenheit von foraus und DSJ ein ungewöhnliches Geschenk: eine Bildmontage von ihr – eine verjüngte Doris Leuthard mit eindrücklichen Rasta-Locken. So könnte eine junge Politik aussehen, sagte man ihr. Leuthard hat verstanden – und lachte laut.

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