Die Fachhochschule ist einer der drei Hochschultypen neben Universität und Pä­dagogischer Hochschule. FH Schweiz ist der einzige nationale Dachverband von Absolventinnen und Absolventen aller Fachbereiche von Fachhochschulen. 36 regionale und
4 nationalen Organisationen sind FH Schweiz angeschlossen. Gegenwärtig zählt der Dachverband über 48 000 Mitglieder. Damit ist FH Schweiz ein massgebender Akteur in der Schweizer Bildungslandschaft.

Um dieses Gewicht auch politisch einzubringen, ist der Verband kommunikativ aktiv, sei es über politische Stellung­nahmen, Medieninformationen und Beiträge in den Medien und so weiter. Mit Christian Wasserfallen als Präsident ist die Verbindung in die nationale Politik sichergestellt. Zudem sind im Beirat von FH Schweiz neben Wirtschaftsvertretern auch aktive nationale Parlamentarier in die politische Interessenwahrung eingebunden. Der Sessionsbrief, der zu jeder Session erscheint, rundet diese Aktivitäten ab.

Das ist auch notwendig, weil die Bildungslandschaft Schweiz in Bewegung ist und es immer auch um die Verteilung der Mittel geht. Die FH wachsen stark, stärker als das Mittelwachstum. Die vom Bundesrat geplanten Beiträge reichen nicht aus, um diesem Wachstum gerecht zu werden.

Der FH-Beirat fördert den Dialog

Einen wichtigen Teil der politischen Arbeit leistet, wie erwähnt, der Beirat. Er setzt sich zusammen aus Mitgliedern aus Politik und Wirtschaft (Letztere vertreten den sogenannten Abnehmerkreis). Bei den politischen Beiratsmitgliedern handelt es sich um aktive eidgenössische Parlamentarier mit einem entsprechenden Bezug zur Bildungspolitik oder – wie in meinem Fall – die Fachhochschulabsolventen sind. Die Mitglieder aus der Wirtschaft sind teilweise selber ebenfalls FH-Absolventen, wobei sie in erster Linie die Bedürfnisse und Erfahrungen der Wirtschaft aufzeigen.

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Der Beirat trifft sich regelmässig an den Sessionen zu einem Gedanken- und Informationsaustausch unter meiner Leitung. Die Führungsgremien von FH Schweiz sind natürlich ebenfalls vertreten; damit ergibt sich ein fruchtbarer ­Dialog, mit dem die Wirtschaft Rückmeldungen und An­liegen sowohl an die Politik als auch an die Führungsgremien von FH Schweiz und an regelmässig eingeladene Gäste wichtiger Akteure anbringen kann, selber aber auch über die Aktualitäten in den FH und in der Politik informiert wird.

Da eine wesentliche Stärke der FH-Absolventen die Arbeitsmarktfähigkeit ist, muss der Dialog mit der Wirtschaft intensiv bleiben. Denn die entscheidende Beurteilung der Arbeitsmarktfähigkeit nehmen die Abnehmer der Ausgebildeten vor, also die zukünftigen Arbeitgeber.

Für uns Politikerinnen und Politiker ist es wertvoll, dass wir die Anliegen der Wirtschaft und von FH Schweiz in der poli­tischen Arbeit einbringen können. Gerade in den letzten Monaten wurden Vorstösse zu den höheren Fachschulen behandelt und wir konnten feststellen, dass die Abgrenzung der Ausbildungswege immer wieder erklärt werden muss und die Abgrenzungen auch im politischen Alltag nicht verwischt werden sollten.

Der Verband muss sich engagieren

Durch die Einbindung der Politik und der Wirtschaft über den Beirat können ­Anliegen zum eigenständigen Hochschultyp FH direkt und anwendungsorientiert in den politischen Prozess eingebracht werden. Es bestehen umgekehrt auch genügend «Frühwarnsysteme», um auf allfällige Veränderungen und Trends sowohl in der Wirtschaft als auch in der Politik ­reagieren zu können.

Neben vielen anderen politischen «Geschäften» wird uns vor allem die zu erwartende BFI-Botschaft (Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation) des Staatssekretariats für Bildung und Forschung für die Jahre 2021 bis 2024 beschäftigen. Der Verband wird und muss sich hier frühzeitig einbringen, was mit der Struktur (Vorstand, Präsidium, Geschäftsstelle und Beirat) sichergestellt ist.

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Die Aufgabe als Präsident des Beirates ist für mich ein persönliches Anliegen. Die FH liegen mir am Herzen und es ist mir wichtig, dass die Arbeitsmarktfähigkeit und die anwendungs­orientierte Forschung und Entwicklung bei den FH ­erhalten bleiben. Hier liegt eine wesentliche Stärke der FH und auch die klare Abgrenzung mit eigenem, starkem Nachwuchs, insbesondere zur universitären Ausbildung. Nach wie vor muss es möglich sein, jungen Leuten, die den Weg über die Berufsbildung eingeschlagen haben, die Ausbildung an einer FH als ein realistisches, in jeder Hinsicht offenes, wünschbares und sinnvolles Karriereziel zu ermöglichen. Damit ist eine Stärkung der Berufsbildung auch eine Stärkung
der FH. Dies ist in Zeiten der erhöhten (gymnasialen) Maturitätsquoten nicht unerheblich.

 

Erich Ettlin, Präsident Beirat FH Schweiz, Ständerat OW/CVP, Kerns

FH Schweiz: Die bunte Welt der Weiterbildung

Netzwerk Dem nationalen Dachverband kommt auch eine wichtige Funktion als Netzwerkorganisation für ihre Mitglieder, die Alumni von Fachhochschulen, zu. Als Plattform dafür dienen Veranstaltungen wie das FH-Forum am 28. Juni an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich. Unter dem Titel «Die bunte Welt» geht es um Weiterbildung – mit Gesprächsgruppen zu den Aspekten und einem prominent besetzten Podium. Mit dabei sind unter anderem Martina Hirayama, Staats-sekretärin für Bildung, Forschung und Innovation (siehe Seite 29) und ZHAW-Rektor Jean-Marc Piveteau. Der Zen-Meister Niklaus Brantschen wird die spirituelle Perspektive einbringen.

Bildungspartnerschaft Wenn es um strategische Partnerschaften geht, steht der Dachverband in engem Austausch mit allen Fachhochschulen. Dazu wurde jetzt eine weitere Partnerschaft mit der Academia Group im -Bereich der Sprachkurse beschlossen.

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