Für KMU kann es zum Problem werden, wenn die Ausstände zu hoch, die Wartefristen zu lang und die Risiken zu gross werden. Seit Oktober hat die UBS als erste Schweizer Bank zusammen mit weiteren Grossbanken in einem Dutzend Länder Europas die Blockchain-basierte Handelsfinanzierungslösung «we.trade» in Betrieb genommen. Sie bildet eine Erweiterung des Dienstleistungsangebots für KMU. Die Lösung, die auf der Basis der Hyperledger-Variante der Blockchain-Technologie arbeitet, überwacht automatisch die Vertragskonditionen inklusive der Auslösung von Zahlungen: Die Verantwortlichen werden via E-Mails laufend informiert, Zahlungsabsicherungen können dazugebucht werden. Darüber hinaus ergeben sich bezüglich der Finanzierung neue Spielräume.

Dass im Hintergrund die Blockchain-Technologie arbeitet, ist für die User allenfalls in Form der raschen Prozesse bei der Abwicklung spürbar. Laut Analysten sind solche Systeme im grenzüberschreitenden Handel und der Logistik zukunftsträchtig. Schwachpunkt ist die bisher kleine Zahl von beteiligten Banken, womit eine Art negativer Netzwerkeffekt entsteht: Der volle Nutzen entsteht erst dann, wenn beide an der Transaktion beteiligten KMU Kunde bei den Grossbanken sind.

Offenes Konsortium

Wenn die bisher angeschlossenen Grossbanken je 10 Prozent der lokalen KMU-Märkte beherrschen, besteht theoretisch eine Wahrscheinlichkeit, dass nur 1 Prozent aller Transaktionen über «we.trade» laufen können.

Immerhin: Das Konsortium ist keinesfalls exklusiv und offen gestaltet – weitere Banken können sich problemlos beteiligen. Denn das grösste Risiko ist vom Tisch: Wenn eine Grossbank wie die UBS dieses System nutzt, dann dürfte es auch aus regulativer und technologischer Sicht keine Bedenken geben.

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