Wir alle wissen es und tun es trotzdem. Täglich liefern wir Amazon, Alibaba, Google oder Facebook unsere persönlichen Daten frei Haus. Welche diese dann für ihr Marketing verwenden und an Dritte verkaufen. Schliesslich wird unser Digitalabdruck in den USA, in China oder sonst wo gelagert.

Das alles scheint nur die wenigsten zu stören. Wenn aber ein Schweizer Konsortium von honorigen Firmen – SBB, SIX, CSS, UBS, Swisscom, Helvetia, Mobiliar und einige mehr – ein Digital-Login anbieten, dann erreicht die Empörung Höchstwerte: Privatsphäre! Kosten! Missbrauch! Monopol! In der Aufregung geht nur leider vergessen, dass wir am 7. März nicht über einen elektronischen Pass oder eine amtliche Identitätskarte abstimmen, sondern über etwas Alltägliches für jene, die sich in der Digitalwelt bewegen: ein fälschungssicheres Login, das wir uns alle wünschen.

Mehr noch: Die Daten bleiben – nicht wie bei den Datenkraken – bei den Schweizer Behörden. Diese bestätigen (oder verneinen) auf Anfrage bloss die Identität jener Person, die sich einloggen will, um im Internet ein Zeitungsabo zu kaufen oder ein Behördendokument abzurufen. Dies alles ist gesetzlich geregelt und wird von einer ID-Aufsichtskommission überwacht. Fehlt diese Einsicht an der Urne, werden wir zehn Jahre lang auf ein staatliches Login warten müssen. Und uns bis dann von ausländischen Datenkraken abgreifen lassen.

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