Das Gerät, von dem derzeit die Welt spricht, sieht spektakulär unspektakulär aus: Wie ein grosser Warmwasserboiler, der von einem Gerüst nach unten hängt, weiss lackiert mit schwarzen Griffen, um das Gehäuse abzunehmen. Dass hinter den runden Kunststoffpaneelen etwas Besonderes stecken könnte, verrät allenfalls ein Blick um die Ecke: Mit dem Gerüst verbunden ist eine ganze Wand an Computern, Messinstrumenten und Elektronikgeräten.

Denn der Wasserboiler ist in Wahrheit die momentan grösste Hoffnung der IT-Branche: ein Quantencomputer. «Das ist ein neues ­Paradigma», sagt Heike Riel, als IBM Fellow und Chefwissenschaftlerin im IBM-For­schungs­labor in Rüsch­likon ZH so etwas wie die oberste Autorität für das Gerät. «Die Quantentechnologie wird so viel verändern wie vor 70 Jahren die klassische Computertechnologie», sagt Professor Klaus Ensslin von der ETH Zürich. «Wir stehen am Anfang einer neuen Ära», sagt Jack Hidary, der bei Google für diese Technologie zuständig ist. «Quantencomputing wird das gros­se Thema sein für die nächste Generation», sagt EU-Kommissar Thierry Breton. «Wäre ich jung, würde ich ein Quanten-Start-up gründen.»