Ein paar Klicks in der App und wenige Minuten später wird das gewünschte Produkt auch schon via Drohne angeliefert: Was für viele noch wie Zukunftsmusik klingt, ist in Christiansburg, Virginia, ab sofort Realität.

Denn dort hat im Oktober das zum Alphabet-Konzern zugehörige Unternehmen Wing die kommerzielle Warenlieferung per Drohne gestartet. Bislang fliegen die unbemannten Luftfahrzeuge für die Drogeriekette Walgreens, den örtlichen Süssigkeitenhändler Sugar Magnolia und den Transportdienstleister Fedex, wo die Drohne den Lieferwagen vom letzten Transportzentrum zum Kunden ersetzt.

Lieferradius von 10 Kilometern

Die Bestellung erfolgt via Wing-App direkt bei den Händlern. Allerdings mit Einschränkungen: So beschränken sich die Auslieferungen vorerst nur auf bestimmte Gebiete im Testmarkt Christianburg. Zudem können die 1,30 Meter langen Drohnen nur bis 1,5 Kilogramm schwere Pakete tragen und maximal 20 Kilometer (Hin- und Rückflug) weit fliegen. Gesteuert werden dabei die Geräte von mehreren Piloten am Boden.

Dafür soll eine Drohne die Fracht innerhalb weniger Minuten nach der Order liefern, heisst es. Auch kann der Flug vollständig über die App getrackt werden, wodurch Nutzer den exakten Lieferzeitpunkt sehen und bestimmen können. Bei Ankunft der Lieferung müssen sie dabei nicht zu Hause sein: Die Drohne lässt die Bestellung per Seil aus der Luft zum festgelegten Lieferort ab herab, entkopplelt sie und informiert den Nutzer darüber auf Wunsch per Push-Mitteilung.

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Seit April in Australien aktiv

Für Wing ist die kommerzielle Warenlieferung via Drohne kein unbekanntes Terrain: Schon seit 2014 test die Alphabet-Tochter die Drohnenlieferungen in Australien. Mit Erfolg: Dank einer Dauergenehmigung werden Kunden seit April in ausgewählten Gebieten der Hauptstadt Canberra regulär beliefert. Allerdings nicht ohne Ärger: Anwohner beschweren sich über den durch die Geräte verursachten Lärm.

Die für die USA notwendige Betriebserlaubnis zum Transport von kommerziellen Paketen von der Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) liegt seit April vor. Doch damit ist Wing nicht alleine, denn sowohl Amazon als auch der Logistiker UPS arbeiten an einem Drohnen-Service. Und auch sie verfügen bereits über entsprechende Genehmigungen.

(ccr)

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